
Berliner Finanzamt
Steuererklärung eingereicht: Wie geht es weiter?
Aktualisiert am 17.01.2026 – 18:30 UhrLesedauer: 2 Min.
In Berlin wird die Steuererklärung neuesten Erkenntnissen zufolge am schnellsten bearbeitet. Womöglich ist das auch, weil den ersten Prüfprozess Maschinen übernehmen.
Eine Steuererklärung einzureichen, ist für viele Berliner eine jährliche Pflicht. Doch was passiert hinter den Kulissen, nachdem die Formulare beim Finanzamt eingetroffen sind? Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen verrät auf Anfrage der Berlin-Redaktion von t-online Details zum Prozess nach der Abgabe.
Ist die Steuererklärung in einem der über 20 Finanzämter der Stadt eingegangen, beginnt der Prüfprozess. Zunächst wird sie im ersten Schritt maschinell auf unplausible Daten und Angaben geprüft. Ein Schritt, der auch stattfindet, wenn die Steuererklärung nicht digital eingereicht wird. Ein Sprecher der Senatsverwaltung für Finanzen sagte der Berlin-Redaktion von t-online, dass als Papier eingereichte Erklärungen zunächst gescannt und dann digitalisiert würden.
Sollten bei der maschinellen Überprüfung Unstimmigkeiten auftreten, übernimmt ein Mitarbeiter den nächsten Schritt. Dann werde die „Steuererklärung personell geprüft“, so der Sprecher. Falls Fehler oder Unklarheiten auffallen, wird in der Regel Rücksprache mit dem Steuerzahler gehalten, um die Angaben zu klären.
Danach kann der Steuerbescheid geändert oder eine Nachforderung gestellt werden. Kleine Korrekturen können vom Steuerzahler auch nach Abgabe der Erklärung vorgenommen werden. Dazu muss ein Schreiben an das zuständige Amt geschickt oder digital bei Elster eingereicht werden.
Eine Anzeige wegen Fehlern in der Steuererklärung droht meist erst, wenn absichtlich falsche Angaben gemacht wurden, um Steuern zu hinterziehen. In solchen Fällen kann es zu einer Strafanzeige kommen, was mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen verbunden sein kann.
Die Bearbeitung der Steuererklärung funktioniert in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern dabei rasend schnell. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Einkommenssteuererklärung lag im vergangenen Jahr bei 46,3 Tagen.
Damit sichern sich die Berliner Finanzämter innerhalb Deutschlands den ersten Platz in puncto Schnelligkeit, wie die Webseite lohnsteuer-kompakt.de unter Berufung auf eine eigens durchgeführte Studie zur Bearbeitungsdauer bei den deutschen Finanzämtern berichtet.
Wenn Berliner Fragen ans Finanzamt haben, können sie sich diese auch von Mitarbeitern beantworten lassen. Die meisten Anfragen gibt es telefonisch. Dabei gehe es meist um allgemeine Fragen rund um die Steuerpflicht, um Rückfragen zu Steuerbescheinigung, um Mahnungen oder Fristverlängerungen
Insgesamt seien aktuell den Angaben zufolge 7.486 Personen in den Finanzämtern der Stadt beschäftigt. 890 davon seien Anwärter und Auszubildende, so der Behördensprecher. Nicht jeder kümmert sich dabei explizit um Steuererklärungen: Im sogenannten Festsetzungsbereich werde beispielsweise auch die Verwaltung von Informationen zu steuerpflichtigen Personen übernommen, etwa bei Änderungen wie Heirat, Umzug oder Tod.
Auch der Außendienst spiele eine wichtige Rolle im Arbeitsalltag. Mitarbeiter würden dabei „intensiv“ Geschäftsunterlagen überprüfen und eine Kontrolle der Buchführung vornehmen, heißt es zu diesem Bereich.











