
Mancherorts werden OPs verschoben
Grippewelle führt zu hoher Klinikauslastung
Aktualisiert am 16.01.2026 – 10:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Grippewelle nimmt an Fahrt auf. Immer mehr Menschen stecken sich an, einige müssen ins Krankenhaus. Experten mahnen: Influenza ist kein „Schnüpfchen“.
Die aktuelle Grippesaison trifft das Gesundheitssystem merklich. Ein Drittel der Intensivstationen in Deutschland meldet laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) einen eingeschränkten Betrieb. In diesen Kliniken werden planbare Operationen verschoben, um ausreichend Kapazitäten für Notfälle zu schaffen. Auch wenn die Divi derzeit keine flächendeckenden Engpässe sieht, ist die Belastung spürbar gestiegen.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, wie dynamisch sich die Lage entwickelt: In der Woche vom 5. bis 11. Januar wurden knapp 20.500 laborbestätigte Influenza-Fälle gemeldet. Eine Woche zuvor waren es noch rund 14.930. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, da nur noch selten getestet wird.
Besorgniserregend ist: Schwere Verläufe treten laut RKI in allen Altersgruppen auf. In der Altersgruppe zwischen 2 und 34 Jahren wurde bei mehr als jedem zweiten SARI-Patienten (schwere akute respiratorische Infektion) Influenza nachgewiesen. Bei den älteren Patienten ist die Lage besonders ernst: 95 Prozent der bisher 225 gemeldeten Todesfälle betreffen Menschen ab 60 Jahren.
Ein besonders starker Anstieg der Grippefälle ist bei Kindern zu beobachten. „Im Moment liegen die Influenza-Fälle über denen mit SARS-CoV-2 und RSV“, sagt Nicole Töpfner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Die meisten Kinder, die wegen akuter Atemwegsinfektionen ins Krankenhaus kommen, haben derzeit eine Influenza.
Trotzdem sind laut Töpfner gerade Risikokinder viel zu selten geimpft. „Die Impfung wird nicht gut angenommen“, erklärt die Oberärztin am Universitätsklinikum Dresden. Die Daten der DGPI stammen aus rund 50 Kinderkliniken bundesweit.
Laut Divi wären flächendeckende Impfungen ab dem sechsten Lebensmonat ein wichtiger Schritt, um die jährliche Influenza-Welle zu bremsen. In der Saison 2024/2025 wurden in deutschen Kliniken rund 135.000 Influenza-Fälle behandelt, darunter 30.000 Kinder.










