
Öl-Investoren schielen nach Curaçao
El Dorado vor Venezuelas Küste
Aktualisiert am 16.01.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Karibikinsel Curaçao liegt direkt vor Venezuelas Küste. Das macht das Land nicht nur für Urlauber attraktiv, sondern auch für einen Investor und Golf-Freund von Donald Trump.
Zu Jahresbeginn machte Trump Ernst und ließ Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro nach New York entführen. Seither ist unklar, wie es in Venezuela weitergeht. Die venezolanische Nobelpreisträgerin María Machado überreichte Trump jetzt ihre Nobelpreismedaille. Doch bleibt die politische Entwicklung in Venezuela schwer abzuschätzen. So entdecken US-Investoren Curaçao als sicheren Rückzugshafen.
Diese Woche legte der Öltanker „Regina“ im Hafen nahe Willemstad in Curaçao an. An Bord: die erste Öllieferung aus Venezuela seit Trumps verhängtem Exportverbot.
Als Schlüsselfigur für die Ölindustrie auf Curaçao gilt US-Investor Harry Sargeant III. Der US-Energieunternehmer, 78 Jahre alt, hat sich auf Investments in Krisengebieten spezialisiert – von Venezuela bis in die Ukraine. Sargeant, ehemaliger Kampfjetpilot der US-Luftwaffe, gilt als Top-Spender der US-Republikaner. Er ist ein Golf-Freund von Donald Trump. Und seit Jahresbeginn Sonderberater der US-Regierung zu Venezuela.
Dazu sicherte sich Sargeant noch zu Zeiten von Nicolás Maduro den Zugriff auf Öl aus Venezuela. Zugleich griff der US-Investor nach einer stillgelegten Raffinerie auf Curaçao. Das beschert ihm plötzlich eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Rohstoffen aus Venezuela.
Das Öl aus dem Land gilt wegen seiner zähflüssigen Konsistenz als schwer zu verarbeiten. Sargeant macht daraus einen Vorteil: Er will das klebrige Öl aus Venezuela zum begehrten Baustoff Asphalt verarbeiten. So lautet Sargeants Motto auf Curaçao MAGA: Make Asphalt Great Again.
„Es gibt nur sehr wenige Personen innerhalb der US-Regierung, die über die nötige Branchenexpertise verfügen, um solche Dinge zu regeln“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider mit Blick auf Venezuelas Ölsektor. So pflegte Sargeant nicht nur zu Maduro enge Kontakte, sondern auch zu seiner Nachfolgerin Delcy Roríguez. Die Amsterdamer Zeitung „NRC Handelsblad“ notierte: „Plötzlich ist die Raffinerie auf Curaçao Teil eines geopolitischen Spiels.“











