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Home » Bakterium aus dem Mund als neuer Risikofaktor identifiziert
Gesundheit

Bakterium aus dem Mund als neuer Risikofaktor identifiziert

Von zeit-heute.deJanuar 15, 20263 Min Gelesen
Bakterium aus dem Mund als neuer Risikofaktor identifiziert
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Bakterium aus dem Mund als neuer Risikofaktor identifiziert

Ansatz für neue Therapien?

Neuer Risikofaktor für Magenkrebs entdeckt


15.01.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Übelkeit und Appetitlosigkeit: Diese Warnzeichen von Magenkrebs nehmen viele nicht ernst.Vergrößern des Bildes

Übelkeit und Appetitlosigkeit: Diese Warnzeichen von Magenkrebs nehmen viele nicht ernst. (Quelle: Goran13/getty-images-bilder)

Ein Mundbakterium hat überraschend seinen Weg auf die Liste möglicher Krebsauslöser gefunden. Forscher zeigen: Es könnte eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Magenkrebs spielen.

Magenkrebs gehört in Deutschland zu den zehn häufigsten Krebsarten. Der Magenkeim Helicobacter pylori gilt als Hauptverursacher des bösartigen Tumors. Denn das Bakterium löst chronische Entzündungen der Magenschleimhaut aus, welche die Entstehung von Krebs begünstigen.

Jetzt hat ein Team von Wissenschaftlern der Jiao-Tong-Universität und des Biotech-Unternehmens BGI in Shanghai einen weiteren potenziellen Auslöser von Magenkrebs identifiziert: das Bakterium Streptococcus anginosus. Diese Mikrobe lebt bei vielen Menschen im Mund- und Rachenraum – meist, ohne Schaden anzurichten. Doch wenn sie in den Magen wandert, kann sie dort offenbar gefährlich werden. Die Studie wurde kürzlich im „British Medical Journal“ veröffentlicht.

Für ihre Studie untersuchten Zhou und ihr Team Gewebeproben von Magenkrebspatienten und entdeckten darin gleich mehrere Stämme des Mundbakteriums. Auch im Magenmikrobiom der Betroffenen war Streptococcus anginosus besonders häufig vertreten. Und: Das Bakterium setzt besonders viel der Aminosäure Methionin frei.

Um die Wirkung von Methionin zu überprüfen, haben die Forscherinnen und Forscher anschließend Krebszellkulturen und an Magenkrebs erkrankte Mäuse untersucht. Dabei zeigte sich: Methionin kurbelt im Tumorgewebe die Bildung des Enzyms MAT2A an. Dieses Enzym spielt eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung von Krebszellen. Es hilft ihnen, sich schneller zu teilen und auszubreiten.

Damit bestätigt die Studie den Autoren zufolge frühere Forschungsergebnisse, wonach Methionin das Wachstum von Krebstumoren beschleunigen kann.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wurde die Methionin-Produktion bei den Bakterien blockiert, blieb die krebsfördernde Wirkung aus. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Streptococcus anginosus sowohl bei der frühzeitigen Erkennung von Magenkrebs als Biomarker als auch als Ansatz für Therapien dienen könnte.

So wäre eine Untersuchung des Mikrobioms im Magen oder Stuhl auf das Bakterium eine denkbare Früherkennungsuntersuchung für Magenkrebs. Findet man dort eine hohe Konzentration des Keims, ließe sich das individuelle Krebsrisiko möglicherweise besser einschätzen. Weitere Studien sind allerdings nötig, um die Zuverlässigkeit einer solchen Messung zu untersuchen.

Auch wenn sich Magenkrebs nicht immer verhindern lässt, können Sie selbst einiges tun, um das Risiko zu senken. Wichtig ist vor allem, eine mögliche Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori abklären zu lassen. Dies gilt besonders bei Menschen mit anhaltenden Magenbeschwerden oder jenen, die Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder oder Geschwister) mit Magenkrebs haben. Denn der Keim lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln.

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