
Unter strenger Beobachtung
So sicher ist ein Bankschließfach wirklich
14.01.2026 – 15:15 UhrLesedauer: 6 Min.

Für viele klingt ein Bankschließfach nach maximaler Sicherheit. Doch im Schadensfall zählt vor allem, was Sie nachweisen können – und was Ihr Vertrag überhaupt abdeckt.
Vera Nonn, Geschäftsführerin von CitySafes Deutschland, verrät im Gespräch mit t-online, dass bei der Sicherheit nicht nur die Technik im Tresorraum entscheidend ist, sondern auch, was im Vertrag steht. Denn im Ernstfall geht es um Haftung, Versicherungsgrenzen und die Frage, ob Schließfachbesitzer überhaupt nachweisen können, was sie dort verwahrt haben. Wer nicht vorsorgt, bleibt trotz jahrelanger Miete womöglich auf einem großen Teil des Schadens sitzen.
Wer an ein Bankschließfach denkt, hat oft zuerst Gold, Edelmetalle oder Bargeld im Kopf. Doch laut Vera Nonn lagern viele Menschen dort nicht nur finanzielle Werte, sondern auch Dinge mit großem emotionalem Wert: Bilder von den Großeltern, die ersten Kinderschuhe oder das erste Ultraschallbild. Hinzukommen wichtige Unterlagen, etwa der Kaufvertrag für die Wohnung, Versorgungsvollmachten oder das Testament.
Was genau einzelne Kundinnen und Kunden in ihrem Fach aufbewahren, bleibt allerdings privat. Nonn betont: „Als Anbieter wissen wir nicht, was in den einzelnen Fächern liegt. Sowohl die Banken als auch wir als privater Anbieter dürfen ja nicht fragen.“ Viele Menschen erzählten trotzdem freiwillig, was sie verwahrt hätten.
Nach dem spektakulären Einbruch in den Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen fragen sich viele: Wie sicher ist ein Schließfach überhaupt? Schließfachexpertin Vera Nonn rät Kundinnen und Kunden, sich die Sicherheitsmaßnahmen vorher genau anzusehen. Entscheidend sei, welche Standards der Anbieter erfülle – und ob diese Standards nachweisbar seien.
Ein wichtiger Punkt ist laut Nonn die Zertifizierung. Dazu verweist sie auf den Verband der Sachversicherer (VdS). „VdS ist der Zertifizierungsstandard für Alarmsysteme unter anderem auch in Tresorräumen“, erklärt sie. Der höchste Standard sei „VdS Widerstandsgrad X bis XIII“. Grundsätzlich gelte: „Je höher der Standard, desto bessere, genauere Anlagen und schnellere Erkennung von potenziellen Einbruchsversuchen sind möglich.“









