
Kritik übt Jakuschenko auch am geplanten Startalter. Die Frühstart-Rente soll erst ab dem sechsten Lebensjahr greifen. Warum gerade dieser Zeitpunkt gewählt wurde, erschließt sich ihm nicht. Zwar traue er den beteiligten Experten fachliche Kompetenz zu, doch die Entscheidung wirke ökonomisch nicht durchdacht.
Aus seiner Sicht ist die Grundidee richtig: Früh investieren lohnt sich, weil Zeit der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau ist. Der sogenannte Zinseszinseffekt stellt sicher, dass Erträge wiederum Erträge erwirtschaften. Wer früh beginnt, braucht später deutlich weniger Geld, um auf dieselbe Summe zu kommen.
Genau deshalb hält Jakuschenko den Start mit sechs Jahren für einen Fehler. Sechs Jahre, in denen Geld nicht investiert wird, gingen verloren. Sinnvoller sei es, direkt bei der Geburt zu beginnen oder zumindest mit den jeweils neu geborenen Jahrgängen, wenn die Mittel begrenzt sind.
Jakuschenko rechnet vor, warum der frühere Start entscheidend ist. Würde der Staat die geplanten zehn Euro monatlich von Geburt bis zum zwölften Lebensjahr einzahlen und das Geld anschließend bis zum 18. Geburtstag liegen lassen, entstünde bereits mehr Vermögen als beim heutigen Modell ab sechs Jahren.
Am Ende gehe es nicht um Symbolpolitik, sondern um die Frage, wie viel Kapital beim Renteneintritt tatsächlich zur Verfügung steht. Je höher dieses Kapital ist, desto weniger muss der Staat später zuschießen. „Das ist eine einfache Zinseszins-Rechnung“, sagt Jakuschenko – eine Rechnung, die aus seiner Sicht zu wenig Beachtung findet.
Auch die monatlichen Einzahlungen hält Jakuschenko für ökonomisch ineffizient. Zehn Euro im Monat über zwölf Jahre ergeben 1.440 Euro staatliche Förderung. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von sechs Prozent – ein Wert, der langfristig bei breit gestreuten Aktienfonds realistisch ist – würden daraus rund 2.112 Euro.
Doch es geht deutlich besser: Würde der Staat stattdessen einmalig 1.000 Euro zu Beginn einzahlen, ergäben sich nach zwölf Jahren bei gleicher Rendite rund 2.012 Euro. Der Effekt wäre fast derselbe – der Staat hätte jedoch rund 440 Euro pro Kind gespart.










