
Wolfshybride in Hessen
Expertin warnt vor gefährlichem Haustier
12.01.2026 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Wolfshybride werden teils als exotische Haustiere gehalten. Experten sehen das als gefährlich. Jüngst war ein solcher Fall in Südhessen bekannt geworden.
Sie sind eine Mischung aus Wölfen und Hunden und werden von einigen Menschen gezielt als Haustiere gehalten: Die Landestierschutzbeauftragte Hessens warnt nun vor dem Kauf von Wolfshybriden als Haustiere. Demnach lassen sich die Mischlinge aus Wolf und Hund nicht wie normale Hunde halten und erziehen. Im vergangenen Jahr wurden den Behörden in Hessen zwei sogenannte Wolfshybride in privater Haltung bekannt.
Die Landestierschutzbeauftragte Madeleine Martin (parteilos) rät laut der Mitteilung dringend vom Kauf solcher Tiere ab. „Leider erwerben immer wieder sogenannte Tierliebhaber Mischlinge aus Hund und Wolf, in der fälschlichen Annahme, sie erhielten so einen Hausgenossen, der wie ein Wolf aussieht, sich aber wie ein domestizierter Hund benimmt.“
Wenige Wochen vor Weihnachten war in einem Garten in Griesheim bei Darmstadt ein Wolfshybrid gefunden worden. Das Tier hat laut Bericht der „Frankfurter Rundschau“ einen 85-Prozent-Wolfsanteil. Es sei zu dem Zeitpunkt verwahrlost gewesen und nicht artgerecht gehalten worden; der Besitzer war demnach offenbar überfordert mit dem Tier. Das Weibchen kam zunächst in das Mainzer Tierheim und wurde dann an eine Wildauffangstation in Spanien vermittelt.
Landestierschutzbeauftragte Martin sagt: „Wolfs-Hund-Mischlinge sind scheuer, ängstlicher und territorialer als Hunde und reagieren auf Umweltreize stark.“ Sie verfügten oft über einen ausgeprägten Jagdtrieb, der andere Tiere gefährde. Ihr Verhalten gleiche meist dem von Wölfen, besonders nach Erreichen der Geschlechtsreife.
Private Halter überfordere die Haltung Martin zufolge regelmäßig. Dies führe zu tierschutzwidrigen Zuständen und gefährde Menschen wie Tiere. Häufig enden solche Fälle mit Abgabe oder behördlicher Wegnahme der Tiere. Oftmals kommt es schließlich zu einer Einschläferung der Hybriden.
„Die behördliche Wegnahme von Wolfshybriden ist mit unterschiedlichen Schwierigkeiten verbunden“, erklärte die Tierschutzbeauftragte. Jedes Tier benötige einen passgenauen Platz für die dauerhafte Unterbringung. Schon die vorübergehende Betreuung erfordere hohe Sicherheitsstandards und großes Fachwissen.
Der Verkauf der Welpen, meist im Ausland, gilt als einträgliches Geschäft. Händler bieten die Tiere oft mit zweifelhaften Papieren an, die sie als normale Hunde ausweisen sollen. Solche Dokumente lassen sich teilweise für 20 Euro im Internet beschaffen.
Rechtlich gelten Wolfshybriden der ersten vier Generationen in Deutschland als Wildtiere und unterliegen strengem Artenschutzrecht. Ihre Zucht und Haltung sind generell verboten. Auch bei Tieren ab der fünften Generation greifen Tierschutz- und Gefahrenabwehrgesetze, da nicht die Generation, sondern das Verhalten des einzelnen Tieres entscheide.










