
Gold glänzt nicht nur durch seinen symbolischen Wert – es besitzt auch physikalische Eigenschaften, die es einzigartig machen. Es läuft nicht an, rostet nicht und bleibt über Jahrhunderte unverändert. Es ist damit eines der widerstandsfähigsten Metalle überhaupt.
Zugleich ist Gold erstaunlich formbar: Eine Unze lässt sich zu über 80 Kilometern Draht ziehen oder zu einem hauchdünnen Blatt von neun Quadratmetern schlagen. Seine gelbgoldene Farbe – unter Metallen eine Seltenheit – verleiht ihm zusätzlich eine ästhetische Ausnahmestellung.
Diese Kombination aus Beständigkeit, Schönheit und Verarbeitbarkeit macht Gold zu einem idealen Material für die Herstellung von Münzen und Wertobjekten. Doch all das wäre bedeutungslos, wenn es nicht auch ein knappes Gut wäre. Denn ohne Knappheit kein Wert.
Bevor es Münzen gab, tauschten Menschen Waren direkt: Fleisch gegen Früchte, Werkzeuge gegen Felle. Doch dieses Prinzip stieß schnell an Grenzen. Wer etwa Getreide anbot, brauchte einen Tauschpartner, der genau zur gleichen Zeit Fleisch übrig hatte – und den Wert ähnlich einschätzte.
Deshalb begannen frühe Gesellschaften, seltene und haltbare Gegenstände als Tauschmittel zu verwenden: Muscheln, Tierzähne, Salz und Federn wurden zu „Ur-Währungen“. Besonders beliebt war das Kaurigeld – kleine, glänzende Muschelschalen, mit denen sich in Afrika, Asien und darüber hinaus über Jahrhunderte hinweg Handel treiben ließ. In manchen Regionen legte man sogar Hohlmaße fest, um den Wert exakt zu bestimmen.
Je nach Kultur dienten auch Schneckenhäuser, Steinkreise, Kakaobohnen oder Stoff als Zahlungsmittel. Doch viele dieser Währungen waren entweder leicht verderblich, schwer transportierbar, regional begrenzt – oder anfällig für Fälschungen. Die Welt brauchte etwas Besseres.











