
Das Imperium des Milliarden-Verbrechers
„Betrügerei in industriellem Ausmaß“
09.01.2026 – 18:40 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit einem kriminellen Imperium soll Chen Zhi zum Multimilliardär aufgestiegen sein. Nun wurde er festgenommen – und muss mit einem Prozess in seinem Geburtsland rechnen.
Er galt als einer der reichsten Kriminellen der Welt – und soll sein Geld unter anderem mit modernem Sklavenhandel gemacht haben. Jetzt wurde ihm wohl ein für alle Mal das Handwerk gelegt: Chen Zhi, der Chef des Firmen-Konglomerats Prince Holding wurde laut dem Innenministerium von Kambodscha bereits am 6. Januar in dem südostasiatischen Staat festgenommen.
Wie die chinesische Regierung mitteilte, wurde der Multimilliardär inzwischen in die Volksrepublik ausgeliefert. Obwohl Chen in China geboren wurde, besaß er seit den 2010er Jahren die kambodschanische Staatsbürgerschaft. Kurz vor der Ausweisung wurde sie ihm durch ein königliches Dekret entzogen.
Die chinesischen Staatsmedien zeigen Videoaufnahmen, wie der mutmaßliche Milliarden-Betrüger von Polizisten aus einem Flugzeug abgeführt wird – in blauer Sträflingskleidung, mit Handschellen und einem schwarzen Sack über dem Kopf. In der Vergangenheit verhängte China gegen die Strippenzieher von kriminellen Organisationen auch die Todesstrafe.
Bereits im vergangenen Oktober gerieten Chen und seine mutmaßlichen Machenschaften in die Schlagzeilen: Das US-Justizministerium hatte 127.271 Bitcoins von dem 38-Jährigen beschlagnahmt – nach dem damaligen Kurs der Kryptowährung ein Wert von etwa 15 Milliarden Dollar. Wie das Justizministerium betonte, handelt es sich dabei um die größte Beschlagnahmungsaktion in der US-Geschichte.
Laut den USA hat Chen durch die Prince Holding Menschen auf der ganzen Welt betrogen. Mit angeblichen Investmentchancen oder vorgetäuschten romantischen Beziehungen habe die Holding die Opfer dazu gebracht, ihnen Geld zu schicken.
Dafür soll die Holding große „Scam-Zentren“ betrieben haben, in denen Menschen gegen ihren Willen arbeiten mussten. Ihr Ziel sei es dabei gewesen, mit den Opfern über unterschiedliche digitale Kanäle Beziehungen aufzubauen. Chen soll dabei Gewalt gegen die Insassen goutiert haben.
John A. Eisenberg, der Stellvertretender US-Generalstaatsanwalt für nationale Sicherheit, bezeichnete Chen im Zuge dessen als „Drahtzieher hinter einem weitverzweigten Cyberbetrugsimperium“. Die von dem 38-Jährigen geführte Prince Group habe „Opfer von Menschenhandel in gefängnisähnlichen Anlagen festgehalten und gezwungen, Online-Betrügereien in industriellem Ausmaß durchzuführen“.









