
Marinestandort in Gefahr
Diese Städte nahe Bremen trifft der Klimawandel besonders hart
Aktualisiert am 07.01.2026 – 19:47 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Klimawandel geht weiter, nur treffen die Folgen deutsche Gebiete künftig ganz unterschiedlich. Vor allem rund um Bremen könnte das zum Problem werden.
Wilhelmshaven, Bremen und Bremerhaven zählen zu den Regionen, in denen die Folgen des Klimawandels besonders stark ins Gewicht fallen. Das zeigt ein neuer Klimarisikoindex, den das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) für alle 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland berechnet hat und am Montag veröffentlichte.
Bewertet wird, wie anfällig Straßen, Gebäude, Energieversorgung und andere zentrale Strukturen gegenüber zehn Naturgefahren sind – von Starkregen und Überschwemmungen über Sturm bis zu Hitze und Dürre. Die Skala reicht von 0 für ein geringes bis 10 für ein sehr hohes Risiko.
Auffällig ist Wilhelmshaven. Die Stadt weist bundesweit die höchsten Werte auf. Aktuell liegt der Gesamtindex bei 5,67, bis 2050 steigt er auf 5,88. Damit gilt Wilhelmshaven als die Region mit dem größten Klimarisiko in Deutschland. Auch Bremerhaven rangiert weit oben. Dort erhöht sich der Wert von 4,78 auf 5,03. Bremen liegt etwas darunter, erreicht aber ebenfalls erhöhte Werte: von 4,38 heute auf 4,51 im Jahr 2050.
Wichtig ist laut IW die Einordnung dieser Zahlen. Der Index beschreibt keine konkreten Katastrophen oder Einzelereignisse, sondern fasst Risiken zusammen. Er zeigt, wie verwundbar die Infrastruktur einer Stadt ist – also wie schnell zentrale Funktionen bei extremen Wetterlagen beeinträchtigt werden könnten.
Gerade an der Küste spielen Wassergefahren eine zentrale Rolle. Für Wilhelmshaven nennt die Analyse hauptsächlich Starkregen, Überschwemmungen und Sturmfluten als prägende Risiken. Gleichzeitig zeigt sich ein Trend, der weit über die Küstenregion hinausgeht: Auch Hitzestress und Wasserknappheit nehmen zu. Das betrifft nicht nur einzelne Städte, sondern ist bundesweit zu beobachten.
Für den Nordwesten ergibt sich daraus ein klares Bild. Die Nähe zur Küste und zu großen Flüssen erhöht die Anfälligkeit für extreme Niederschläge und Hochwasser. Gleichzeitig verschiebt sich das Risikoprofil, weil längere Hitzeperioden, Trockenphasen und Engpässe bei der Wasserversorgung häufiger werden.
Ein Blick auf die umliegenden Landkreise unterstreicht das. Besonders hoch fallen die Werte in der Wesermarsch und in Emden aus. Auch Wittmund, Aurich, Leer, Friesland und Cuxhaven liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt – mit teils spürbaren Zuwächsen bis 2050. Auffällig ist dabei: Gerade im nordwestlichen Niedersachsen sind die Ausgangswerte schon heute hoch, das Risiko nimmt in vielen Regionen aber weiter zu.











