
Einmalig in der Welt
Mysteriöse Mutation bei Bremen – Experten rätseln bis heute
Aktualisiert am 04.01.2026 – 00:52 UhrLesedauer: 3 Min.
In Deutschland leben gut zwei Millionen Rehe in der Natur. Besonders seltene Exemplare sehen jedoch ganz anders aus als ihre Artgenossen. Das stellt Experten vor ein ungelöstes Rätsel – bis heute.
Spätestens in der Dämmerung kann man sie entdecken. Man trifft sie vorwiegend im Wald und auf Wiesen, neben der Autobahn kann man sie sehen und auch in stadtnahe Gebiete verlaufen sie sich: Rehe. Für die allermeisten Menschen dürfte der Anblick der bis zu 35 Kilogramm schweren Tiere keine Seltenheit sein. Immerhin liegt ihre Population Schätzungen zufolge in Deutschland heute bei rund 2,5 Millionen Exemplaren. Dabei gibt es besonders seltene Ausnahmen, die sich ausschließlich im Nordwesten Deutschlands aufhalten: schwarze Rehe.
Körperbau, Gewicht, Geweih – die schwarzen Rehe unterscheiden sich in ihrer Anatomie nicht von ihren rotbraunen Artgenossen. Doch mit ihrem dunkelgrauen bis tiefschwarzen Fellkleid heben sie sich optisch deutlich von den „normalen“ Wildtieren ab. Was die Rehe in „Sonderlackierung“ noch deutlich besonderer macht, ist ihr Verbreitungsgebiet: Beinahe ausschließlich im Nordwesten Deutschlands kann man sie antreffen. Warum das so ist, darüber rätseln Fachleute bis heute.
Das Phänomen der schwarzen Rehe nennen Experten Melanismus. Bekannt ist, dass diese Tiere durch einen Gendefekt vermehrt schwarze Pigmente bilden und sich deshalb auch ihr Fell schwarz färbt. Warum diese äußerst seltenen Tiere jedoch fast ausschließlich in den Tiefebenen zwischen Ems und Elbe zu finden sind und sich nicht flächendeckend in anderen Teilen Deutschlands verteilen, darüber liegen Fachleuten bislang keine Erkenntnisse vor.
Die Geschichte der schwarzen Rehe geht, je nach Quelle, bis vor das Jahr 1000 zurück. Gerade im Bereich um Haste bei Hannover sollen bereits damals erste Exemplare gesichtet worden sein. Noch heute trägt die Gemeinde in ihrem Wappen einen schwarzen Rehbock, der das Schaumburger Nesselblatt überspringt. Weitere Berichte belegen zudem, dass das schwarze Reh spätestens im 16. Jahrhundert auch im Bereich Verden, Osnabrück und im Landkreis Lüchow-Dannenberg sesshaft wurde.
Vereinzelt wurden Tiere im Taunus, an der Grenze von Niedersachsen zu Nordrhein-Westfalen und in Unterfranken gesichtet. Allerdings soll es sich dabei um wenige Exemplare beziehungsweise isolierte Bestände gehandelt haben.








