
Studie deckt auf
Menschen verstehen Hunde oft falsch
03.01.2026 – 09:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Wissen Sie wirklich, wie es Ihrem Hund gerade geht? Eine Studie lässt daran zweifeln, dass Halter ihre Tiere richtig verstehen.
Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen. Doch anscheinend verstehen Menschen sie oft falsch und können ihre Emotionen nicht deuten. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA: Die eigene Stimmung beeinflusst, wie wir die Gesten und das Verhalten des Vierbeiners interpretieren.
Mit seiner Untersuchung wollte das Forscherteam um Holly Molinaro und Clive Wynne der Arizona State University in Erfahrung bringen, ob die Laune des Menschen das Urteil über die Gefühlslage seines Hundes trüben kann. Oft glauben Menschen, dass sie genau wüssten, was ihr Hund fühlt, so die Verhaltensforscherin Molinaro. Doch dabei beurteilen sie die Emotionen anhand der Situation. Sie interpretieren also ihre eigene Stimmung in die Situation hinein. Beispielsweise wird ein im Park spielender Hund oft als fröhlicher interpretiert als ein Hund, der gerade gebadet wird.
Für die Untersuchung sollten 300 Studierende kurze Videoclips von Hunden bewerten. Die Ausschnitte zeigten Hunde, die eindeutig positive, neutrale oder negative Emotionen zeigten. Damit die Umgebung keinen Einfluss hatte, waren die Hintergründe der Videos geschwärzt. Anschließend wurden die Teilnehmenden gezielt in verschiedene Stimmungen versetzt: von positiv über neutral hin zu negativ.
Das Ergebnis: Studenten, die gut gelaunt waren, hielten die gezeigten Hunde häufiger für traurig. Umgekehrt bewerteten schlecht gelaunte oder missgestimmte Befragte dieselben Hunde tendenziell eher als glücklich. Die Forscher resümieren, dass Emotionen der Menschen die eigenen Gefühle stärker auf (die eigenen) Tiere projizieren, als ihnen bewusst ist.
Bereits vor mehreren Jahren hatten Molinaro und Wynne herausgefunden, dass Halter die Emotionen ihres Hundes nur im Zusammenhang einer Situation interpretieren. Als Beispiel nennen sie den spielenden Hund versus den Hund, der gerade gebadet wird.
Diese weiterführende Studie zeigt jedoch nun, dass nicht nur die Situation ausschlaggebend für die Interpretation ist. Auch die innere Verfassung des Menschen scheint zu verzerren, wie das Tier wahrgenommen wird.
Wynne und Molinaro betonen, dass weitere Forschungen nötig sind, damit Menschen die Signale der (eigenen) Tiere besser verstehen und somit ihr Wohlbefinden verbessern können.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „PeerJ“ veröffentlicht.











