
NH-90 Sea Tiger
Neuer Marine-Hubschrauber soll russische U-Boote jagen
16.12.2025 – 15:00 UhrLesedauer: 2 Min.
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Mit neuen Hubschraubern baut die Marine ihre Fähigkeiten bei U-Boot-Jagd und Abwehr von Bedrohungen aus der Luft aus. Die erste Maschine landet in Berlin.
Die Marine hat ihren ersten neuen Bordhubschrauber erhalten, der vor allem bei der Bekämpfung von U-Booten helfen soll. Der Marineflieger vom Typ NH-90 MRFH Sea Tiger werde für Landes- und Bundesverteidigung neue Möglichkeiten bieten, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach Landung der Maschine auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin. Er nannte die Abwehr von Unter- und Überwasserbedrohungen aus der Luft sowie die U-Boot-Jagd.
„Putin rüstet seine Marine weiter massiv auf. Er braucht sie nicht oder kaum in der Ukraine. Die Schwarzmeer-Flotte ist das eine, aber die Nordatlantik-Flotte ist etwas anderes“, sagte Pistorius. Und: „Das heißt, wir sind gefordert, als Nato, als Bundesrepublik Deutschland unsere Streitkräfte zur See, schnell und besser auszustatten.“
Insgesamt sollen 30 Sea Tiger beim Marinefliegergeschwader 5 im niedersächsischen Nordholz stationiert werden. Das Modell soll den Sea Lynx ablösen, der seit 1981 bei der Deutschen Marine geflogen wird.
Der Sea Tiger ist mit einem Tauchsonar und einem Sonarbojen-System ausgestattet, um ein Unterwasserlagebild zu erstellen und U-Boote ausfindig zu machen. Der Helikopter können Torpedos und Seezielflugkörper eingesetzt werden. In der Variante MRFH („Multi Role Frigate Helicopter“) ist er speziell für den Einsatz auf Fregatten ausgelegt.
Entwickelt wird der Helikopter von NHIndustries (NHI) mit Sitz in Frankreich, Hauptanteilseigner ist das deutsch-französische Unternehmen Airbus Helicopters. Der NH-90 Helikopter, auf dem der Sea Tiger beruht, wird von der Bundeswehr seit 2006 als Transporthelikopter eingesetzt. Dabei hat der Hubschrauber immer wieder mit Problemen zu kämpfen. 2010 berichtete die Bild über eine Mängelliste der Bundeswehr die dem Helikopter ein vernichtendes Urteil ausstellte.
„Wann immer möglich, sind alternative Luftfahrzeuge zu nutzen,“ heißt es in dem Bericht. So sei der Hubschrauber für viele der geplanten Einsatzmissionen nicht geeignet. Einer der Hauptkritikpunkte war, dass aufgrund der geringen Bodenfreiheit Soldaten nur dann in den Helikopter ein- und aussteigen können, wenn dieser auf festem Untergrund landet. Auch hieß es, dass die Bodenplatten des NH-90 so empfindlich seien, dass schon leicht verschmutzte Stiefel ausreichen würden, um diese zu beschädigen.
2022 kündigte das norwegische Verteidigungsministerium den Vertrag mit NHI über insgesamt 14 Helikopter und kündigte an, alle acht bereits ausgelieferten Maschinen sowie die dazugehörigen Ersatzteile wieder zurückzuschicken. Der damalige norwegische Verteidigungsminister erklärte dazu: „Unabhängig davon, wie viele Stunden unsere Techniker arbeiten und wie viele Ersatzteile wir bestellen, wird der NH-90 niemals in der Lage sein, die Anforderungen der norwegischen Streitkräfte zu erfüllen.“










