
„Karnevals-Urgestein“
Bekannter Büttenredner ist tot
02.12.2025 – 09:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Trauer um „Ne Usjeflippte“: Büttenredner Ralph Kuhn stirbt überraschend mit 65 Jahren. Erste Reaktionen aus der Karnevalsszene.
Die Kölner Karnevalsszene trauert um Ralph Kuhn. Der 65-Jährige starb laut einem Bericht des „Express“ am Montag an einem Herzinfarkt. t-online hat die Agentur des Künstlers angefragt.
Unter dem Künstlernamen „Ne Usjeflippte“ war der frühere Ford-Mitarbeiter in den Bütten des Rheinlands aufgetreten und widmete sich in seinen Auftritten Alltagssituationen, aktuellen Ereignissen und vor allem der Selbstironie.
Bekannt wurde Kuhn zunächst als Teil des „Schnäuzer Duos“, dem er 16 Jahre lang gemeinsam mit Peter Schulte angehörte. Als „Puppe“ aus der Mülltonne prägte er das Programm des fidelen Gespanns. Die Künstler-Agentur Ahrens, die ihn vertrat, bezeichnete ihn als „Büttenredner wie er im Buche steht.“
Der Büttenredner Ralf Knoblich teilte am Montagabend auf seiner Facebookseite ein Foto von einer gemeinsamen Europa-League-Fahrt des 1. FC Köln. In einem Beitrag auf Kölsch schrieb Knoblich: „Jitz häs Do mich un janz Kölle em Ress jelosse. Bes einfach esu jejange.“ Erst in der vergangenen Woche hätten sie noch zusammengesessen und ein Kölsch getrunken. „Verdammp, ich dun Dich jitz ald ärch vermesse.“
Die Kabarettistin Ingrid Kühne würdigte Kuhn in der Nacht zu Dienstag in einer Reaktion als „Karnevals-Urgestein“ und „herzlichen, fröhlichen und empathischen, aber auch empfindsamen, gnadenlos ehrlichen und trotzdem leicht verletzbaren Menschen“. Sie schrieb: „Wir verlieren einen Freund, mit dem man herrlich rumalbern, lachen und klönen konnte, aber der auch ernst und mitfühlend war, wenn man ihn brauchte. Wir vermissen Dich jetzt schon.“
Comedian Dennis Schick, dem Kuhn beim Einstieg in die Kölner Karnevalsszene geholfen hatte, schrieb: „Du hast mir das Gefühl gegeben, dass ich meinen Platz gefunden habe. Dass meine Stimme zählt. Und dass ich im Fastelovend nicht nur mitlaufen, sondern wirklich ankommen darf.“










