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Home » Wie Dresdner „Notpraline“ zum Weihnachtsklassiker wurde
Deutschland

Wie Dresdner „Notpraline“ zum Weihnachtsklassiker wurde

Von zeit-heute.deNovember 30, 20252 Min Gelesen
Wie Dresdner „Notpraline“ zum Weihnachtsklassiker wurde
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Wie Dresdner „Notpraline“ zum Weihnachtsklassiker wurde

Dominosteine

Wie eine Dresdner „Notpraline“ zum Weihnachtsklassiker wurde


Aktualisiert am 30.11.2025 – 04:28 UhrLesedauer: 2 Min.

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Erfinder Herbert Wendler im Volkseigenen Betrieb (VEB) Süßwaren Süßigkeiten Schokolade an der Produktionslinie (Archivbild): In Zeiten der Lebensmittelknappheit wurde die Süßigkeit als „Notpraline“ oder „Kriegspraline“ populär. (Quelle: IMAGO)

Fast jeder dritte Deutsche nascht sie zu Weihnachten: Die Erfolgsgeschichte der Dominosteine begann 1936 in Dresden – und nahm ausgerechnet im Zweiten Weltkrieg richtig Fahrt auf.

Eine süße Idee machte Herbert Wendler berühmt: Mit nur 24 Jahren erfand der Dresdner Chocolatier 1936 den Dominostein. Was damals als günstige Alternative zu teuren Pralinen startete, ist heute ein Klassiker. Die würfelförmige Süßigkeit liegt mittlerweile ganzjährig in den Supermarktregalen. Besonders in der Vorweihnachtszeit greifen die Deutschen aber besonders gern zu.

Der Erfolg spricht für sich: Allein der Weltmarktführer Lambertz produziert pro Saison rund 800 Millionen Dominosteine. Von solchen Zahlen konnte Wendler damals nur träumen. Er wollte vor allem eines: eine Praline schaffen, die sich jeder leisten kann.

Ausgerechnet der Zweite Weltkrieg verhalf dem Dominostein zum Durchbruch. In Zeiten der Lebensmittelknappheit wurde die Süßigkeit als „Notpraline“ oder „Kriegspraline“ populär. Sogar Soldaten sollen die süßen Würfel als Proviant dabeigehabt haben. Und dem Weihnachtsfest verlieh er auch in den Hungerjahren einen Hauch von Luxus.

Wendler kannte Mangel aus eigener Erfahrung: Geboren 1912, erlebte er als Kind den Ersten Weltkrieg. Damals waren Kakao-Importe verboten und Zucker rationiert. Schokolade blieb ein Luxusgut. Sein Dominostein sollte Jahre später ein erschwingliches Konfekt für alle sein, die Praline des einfachen Mannes.

In Massenproduktion ist sie günstig herstellbar und trotzdem hochwertig und genussreich: ein Würfel aus mehreren Schichten von braunem Lebkuchen, darauf Kirschsaftgelee und darüber Marzipan. Zum Schluss wird alles mit Schokolade überzogen. Das ist das Dresdner Original und eine eingetragene sächsische Spezialität, die heute noch deutschlandweit und international bekannt und beliebt ist. Als die Firma von Herbert Wendler 1996 in Insolvenz ging, übernahm die Dr. Quendt Backwaren GmbH und erbte das Originalrezept des Dominosteins von seinem Erfinder.

Seit 1999 laufen die Dominosteine dort vom Band. Sie gehören bis heute zu den umsatzstärksten Produkten im Sortiment. Ein Grund sind die hochwertigen Zutaten: Kirschsaftgelee statt Apfelgelee und hohe Anteile an Marzipan aus Mandelkernen statt Persipan aus Aprikosenkernen. Eben nach dem Originalrezept des Erfinders.

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