
Eigentlich sollen Hamburger bei der langen Nacht der Hotelbars ihre Stadt neu entdecken. Das hat leider nicht in allen Hotels gut funktioniert.
Fünf Hotels, fünf Bars und viele gute Drinks: Am Samstag startete die „Lange Nacht der Hotelbars“ in Hamburg in eine neue Runde. Für die 27-Euro-Tickets im Vorverkauf gab es einen Begrüßungscocktail, DJ und Livemusik und einen Shuttle-Service, der die Gäste zu den Bars brachte. Es hätte so schön werden können – doch der Abend wurde zur Enttäuschung.
Los ging es, in diesem Fall am Hauptbahnhof. Den Startpunkt konnte man sich aussuchen, die Wahl fiel auf den „Reichshof“. Ein echter Geheimtipp ist das längst nicht mehr. Die denkmalgeschützte Bar im Stil der goldenen 1920er-Jahre und handwerklich astreine Drinks locken seit Jahren auch Hamburger in das Hotel. An diesem Abend war die Bar „1910“ schon gegen 20 Uhr rappelvoll. Wie gut, dass es eine zweite Bar direkt in der Lobby gibt. Auf den gemütlichen Sesseln kann man dort das Treiben vor der Tür und das Gewusel in der Lobby beobachten und an seinem Drink nippen. Eine Sängerin am offenen Flügel war zwar etwas zu laut, aber das konnte man ignorieren. Serviert wurde ein erfrischender „Emil“ auf Cachaça-Basis mit Birne, Limette, Aquafaba und Bitters. Ein gelungener Start in den Abend.
Auch wenn das Protokoll einen Rundweg entgegen dem Uhrzeigersinn vorsah, war die nächste Bar im Hotel „Innside“ direkt am Mittelkanal in Hammerbrook. Im Vergleich zum „Reichshof“ mit dem eleganten Interieur gab es hier direkt Punktabzug. Eine grell beleuchtete Fläche, ein bisschen Lobby, ein bisschen Bar und Restaurant waren wenig einladend. Die sehr einfache Bestuhlung mit Platzdeckchen verströmte eher Kantinen-Flair. Im hinteren Teil war schon fürs Frühstück eingedeckt und abgedunkelt. Die Cocktails hingegen wurden mit großer Liebe zubereitet. Das dauerte dann allerdings auch seine Zeit. Das Personal im Gastraum flitzte gestresst herum. Würde man als Hamburger hier herausfahren, um abends etwas trinken zu gehen? Eher nicht.
Der nächste Stopp war im Hyperion. Das 2015 eröffnete Hotel an der Amsinckstraße mit seiner rötlichen Betonfassade wirkt von außen wenig einladend. Wer den Aufzug in den 11. Stock nimmt, wird positiv überrascht: Dort wartet eine fast vollständig verglaste Penthouse-Bar mit Panoramablick, vielen Stehtischen und schummriger Beleuchtung. Da es eben keine klassische Lobby nebenan gibt, war die „Bar 11“ leider schnell überfüllt. Die extra laute Musik sorgte dafür, dass sich Menschen an Bar und Tischen anbrüllten, um sich zu unterhalten. Auf Drinks hätte man eine Ewigkeit warten müssen. Also: Bus-Shuttle, nächster Stopp.










