
REM-Schlafverhaltensstörung
Ausleben intensiver Träume kann Parkinson-Vorbote sein
23.11.2025 – 07:04 UhrLesedauer: 4 Min.
Schlagen, schreien, treten: Kommt es während eines Traums wiederholt zu solchen Verhaltensweisen, weist dies auf eine spätere neurologische Erkrankung hin.
Im Traum erlebt der Mensch die unmöglichsten Dinge. Für Außenstehende ist das in aller Regel kaum sichtbar: Das Gegenüber liegt mehr oder weniger ruhig da und bewegt sich kaum.
Anders kann das bei der sogenannten REM-Schlafverhaltensstörung aussehen. Wenn betroffene Personen intensiv träumen, leben sie Teile der Inhalte, die sie vor dem inneren Auge erleben, in der Realität aus. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass sie die Bettpartnerin oder den Bettpartner treten, weil sie sich im Traum von jemandem bedroht fühlen.
Solche Verhaltensweisen sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden, da sich dahinter unter anderem eine (beginnende) Parkinson-Erkrankung verbergen kann.
Die REM-Schlafverhaltensstörung ist in der Allgemeinbevölkerung selten. Von 1.000 Personen erkrankten Schätzungen zufolge 5 bis 10 daran. Häufiger ist jedoch eine bestimmte Personengruppe betroffen: Männer ab 60 Jahren.
Die Störung macht sich während intensiver Traumphasen (REM-Phasen) bemerkbar. Sie zählt zu den sogenannten Parasomnien: Darunter verstehen Fachleute Auffälligkeiten während des Schlafs oder im Übergang zwischen Schlafen und Aufwachen.
Normalerweise verhindert ein Schutzmechanismus, dass sich der Mensch während des Träumens übermäßig bewegt oder gar das Erlebte in die Tat umsetzt. Im Schlaf sinkt die Muskelspannung (Muskeltonus), sodass die Muskulatur erschlafft. Wenn der Mensch träumt, ist die Muskulatur fast völlig gelähmt.
Bei der REM-Schlafverhaltensstörung funktioniert dieser Mechanismus nicht richtig: Der Muskeltonus wird nicht ausreichend blockiert. Das führt dazu, dass sich betroffene Personen bewegen – und teils so handeln, als sei das Geträumte real.
Die Störung macht sich insbesondere bei sehr intensiven, aktionsreichen und/oder aggressiven Trauminhalten bemerkbar, in denen ausgeprägte Körperbewegungen vorkommen. Damit unterscheidet sich die Erkrankung vom Schlafwandeln, bei dem die Trauminhalte meist weniger aktiv oder aggressionsgeladen sind.
Betroffene träumen etwa, verfolgt oder angegriffen zu werden – und verhalten sich entsprechend. Dies führt zum Beispiel dazu, dass sie während eines lebhaften Traums wiederholt
Da sie ihre tatsächliche Umgebung kaum wahrnehmen, sondern sich in ihrer Traumumgebung bewegen, können sie sich und andere dabei verletzen. Beim Aufwachen erinnern sich die betroffenen Personen mitunter an einen besonders lebhaften Traum.











