
Atemwegserreger RSV: Eine Betroffene berichtet
„Ich dachte: Rufe ich jetzt den Notarzt?“
Jutta ist 66, fit, sozial engagiert – und plötzlich schwer krank. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), das sie bisher nur mit Kindern in Verbindung gebracht hatte, reißt sie wochenlang aus dem Leben. Heute sagt sie: Über die Gefahren für Ältere und entsprechende Vorsorgemöglichkeiten sollten viel mehr Menschen Bescheid wissen.
„Wir hatten traumhaft sonnige Tage und ich war sonntags an der Isar spazieren. Ich habe bemerkt, dass meine Nase gereizt ist“, erinnert sich Jutta an die Anfänge der RSV-Infektion im März dieses Jahres. Erst dachte sie an eine Allergie, die Birkenpollen. Doch innerhalb von Tagen verschlimmerte sich ihr Zustand: Halsschmerzen, trockener Reizhusten, Kehlkopfentzündung. Schließlich kommen Atemnot und schleimiger Husten hinzu. „Ich röchelte und keuchte. Asthma- und Notfallspray haben nicht geholfen“, sagt die Münchnerin, die bisher im Alltag gut mit ihrer Vorerkrankung Asthma umgehen konnte. In ihrer Hausarztpraxis wurde schließlich ein PCR-Test gemacht, das Ergebnis folgte Tage später: Es war eine Infektion mit RSV, dem Respiratorischen Synzytial-Virus, das ihre Atemwegsbeschwerden verursachte.
Wie wohl viele Menschen hatte Jutta zwar schon einmal von RSV gehört, aber das Virus bisher nur mit Kleinkindern in Verbindung gebracht. „Da ich so wenig darüber wusste, habe ich mich über mein Tablet informiert.“ Schließlich wurde ihr bewusst, dass RSV für Menschen ab circa 60 Jahren schwere gesundheitliche Auswirkungen haben kann, vor allem bei Vorerkrankungen wie Asthma, wie in ihrem Fall.

Es war ein dauerhaftes Schnäuzen, Husten und Röcheln, das die Münchnerin während der RSV-Infektion plagte. Hinzu kamen Nächte mit Atemnot. Ein Moment blieb Jutta besonders in Erinnerung: „Es war vielleicht drei oder vier Uhr, als ich aufgewacht bin. Die Stadt war dunkel. Ich saß in meinem Bett und habe durchweg geröchelt und gehustet. Ich bin aufgestanden, durch die Wohnung gegangen und habe versucht, einen Schluck zu trinken. Ich habe inhaliert, in der Hoffnung, dadurch besser Luft zu bekommen. Ich habe mit mir gehadert und mich gefragt: Rufe ich jetzt einen Notarzt?‘“ Doch sie tat es nicht. Stattdessen kämpfte sie sich mit Angst und klassischen Erkältungsmedikamenten durch die Nacht.

„Wir sehen bei uns in der Klinik immer wieder schwere Krankheitsverläufe. Patienten müssen mitunter mit Sauerstoff versorgt werden. Diese schweren Verläufe sind klinischer Alltag“, erklärt Prof. Dr. Tino F. Schwarz. Eine gezielte Therapie gegen RSV gibt es bisher nicht, lediglich die Symptome können behandelt werden. Prävention ist deshalb das A und O. „Die Daten zeigen, dass RSV-Impfstoffe schwere Verläufe, aber auch Infektionen verhindern können“, sagt der Experte.
Körperliche Schmerzen und Erschöpfung führten dazu, dass selbst kleine Tätigkeiten für Jutta zur Herausforderung wurden. „Besonders belastend war, dass ich mich nicht viel bewegen konnte. Mir hat mein ganzer Körper wehgetan vor lauter Bettruhe. Ich habe mich nur zwischen Bett, Sofa, Sessel und Küche hin- und herbewegt und gemerkt: Das tut mir nicht gut – auch psychisch. Keine sozialen Kontakte und zu wenig Bewegung tun mir nicht gut.“

Zum Glück erhielt Jutta während der RSV-Infektion viel Unterstützung – etwa aus der Hausgemeinschaft. „Wir haben eine eigene Chatgruppe. Da kam sofort die Frage: ‚Warum sehen wir dich nicht mehr?‘“ Medikamente, frische Säfte, Hühnersuppe – alles wurde von den Nachbarn organisiert. Ihr Sohn übernahm die Einkäufe. „Diese Hilfe war einerseits wichtig, damit ich mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgt war. Andererseits tat es meiner Seele gut, dass es Menschen gibt, die sich kümmern. Ich musste nicht darum bitten. Die Hilfe kam von außen.“

Die Infektion hat bei Jutta Spuren hinterlassen. Erst nach fast sechs Wochen besserte sich ihr Zustand langsam. Einige Auswirkungen bemerkte sie jedoch noch Monate nach der Infektion. „Ich bemerke als Folge der Infektion noch immer eine Belastung der Nasennebenhöhlen, mit mehr Schleim- und Borkenbildung. Ich benutze daher regelmäßig eine Nasendusche, um die Nase zu reinigen. Ich habe zudem immer noch Druck auf den Ohren. Meine Ausdauer ist außerdem noch nicht wieder, wie sie war.“
Von der Möglichkeit einer Impfung erfuhr sie erst später. „Ich hätte gern vor der RSV-Infektion gewusst, dass es eine Impfung gibt.“
Prof. Dr. Tino Schwarz betont: „Die Entwicklung der RSV-Impfstoffe ist ein großer Fortschritt, um ältere Menschen gezielt vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen.“
Bilder: GSK; Klinikum Würzburg Mitte Juliusspital; Getty Images
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