
Florian David Fitz
„Berühmt sein ist ein kleines, süßes Gift“
17.11.2025 – 01:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Schauspieler Florian David Fitz aus München gewährt seltene Einblicke in sein Leben. Warum er Ruhm als „süßes Gift“ bezeichnet – und was ihn davor schützt.
Der Münchner Schauspieler Florian David Fitz findet deutliche Worte für die Schattenseiten des Ruhms. „Berühmt sein ist ein kleines, süßes Gift“, sagt der 51-Jährige im Interview mit dem Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. In seinem aktuellen Film „No Hit Wonder“ spielt er einen Popstar namens Daniel, der nur einen einzigen großen Hit landet und psychisch abstürzt. „Das ist für ihn wie Heroin. Er wird abhängig davon und bekommt nichts anderes mehr gebacken“, erklärt Fitz über seine Filmfigur, die nach einem gescheiterten Selbstmordversuch in einer Psychiatrie landet.
Fitz selbst hat eine klare Strategie entwickelt, um mit Bekanntheit umzugehen. „Die einzige Lösung ist Distanz. Ich habe es immer so gehalten, dass ich mich extrem davon distanziert habe. Ich habe mir wie ein protestantischer Messdiener gesagt: ‚Dieser Hype hat nicht unbedingt etwas mit dir persönlich zu tun.‘ Dieser Abstand hält mich gesund, ist aber auch wahnsinnig spaßfrei“, verrät der Schauspieler. Eine klare Botschaft hat er auch zum Thema Einsamkeit: „Ganz ehrlich: Berühmt zu sein schützt nicht vor Einsamkeit.“
Das Gefühl des Scheiterns kennt Fitz aus eigener Erfahrung. „Ich bin mal schlimm beim Vorsprechen beim Deutschen Theater in Berlin abgebrannt. Danach dachte ich, ich habe gar keinen Bock mehr, Theater zu machen“, verrät er. „Scheitern ist ein Teil des Lebens. Das gehört einfach dazu. Das sage ich auch meinen Kindern.“
Im Film landen die Patienten einer Tagesklinik bei einem gemeinsamen Singprojekt. Fitz, der in Boston Schauspiel und Gesang studiert hat, ist von der therapeutischen Wirkung überzeugt. „Wir haben für den Film selbst geprobt. Und da wurde auch klar, dass es nicht nur Theorie ist. Es passiert tatsächlich – Singen bringt Menschen einander näher. Es ist spürbar, wie wir eine Gruppe werden“, erklärt der Münchner.











