
Wut in sozialen Medien
Frau stirbt während Stromausfall: Polizei spricht
07.01.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Hat der Blackout in Berlin ein Menschenleben gefordert? Die Polizei äußert sich – doch eine zentrale Frage bleibt offen.
In Berlin ist während des massiven, mutmaßlich durch Linksextremisten ausgelösten Stromausfalls eine Seniorin gestorben. Die 83-Jährige sei am Dienstagabend von einem Angehörigen leblos vorgefunden worden. Versuche, die pflegebedürftige Frau zu reanimieren, seien gescheitert, teilte der Vizepräsident der Berliner Polizei, Marco Langner, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch mit.
Langner sprach von einem „sehr bedauerlichen Vorfall“. Die eingesetzten Polizisten der Kriminalpolizei hätten zunächst nicht zweifelsfrei feststellen können, was den Tod der Frau ausgelöst hat. Es sei unklar, ob der Tod etwa die Folge eines Sturzes in der Dunkelheit war – oder ob es gesundheitliche Gründe gab. Bislang stehe damit noch nicht fest, ob der Todesfall in einen direkten Zusammenhang mit dem Stromausfall gesetzt werden könne. Eine Obduktion wurde angeordnet, teilte der Polizeivizepräsident weiter mit.
Zuvor hatte sich die Nachricht bereits rasant in sozialen Medien verbreitet: „Eine Rentnerin wurde in ihrer Wohnung offenbar aufgrund der Kälte tot aufgefunden“, hieß es in mehreren auf der Plattform X verbreiteten Postings. Zahlreiche, oft wütende Kommentare sammelten sich unter den Beiträgen.
Dass der Brandanschlag, in dessen Folge Zehntausende Haushalte tagelang ohne Strom und Heizung auskommen mussten, auch Todesopfer fordern könnte, war zuvor befürchtet worden. Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sprach auf X im Vorfeld gar von „Hunderten bis Tausenden Todesopfern“, ohne Belege für ihre Vermutung zu nennen.
In den sozialen Medien verbreitete sich auch das Gerücht, eine weitere Frau sei durch den Stromausfall bei Dunkelheit auf einer glatten Straße ausgerutscht und gestorben. Eine Polizeisprecherin stellte auf Anfrage von t-online jedoch klar: „Die Frau stürzte bereits am 27. Dezember, also weit vor dem Stromausfall.“ Am 5. Januar sei sie an den Folgen ihrer Verletzungen in einem Krankenhaus gestorben.
Der Brandanschlag auf mehrere Hochspannungsleitungen im Berliner Südwesten hatte tagelanges Chaos in Teilen der Hauptstadt ausgelöst. Mehr als 45.000 Haushalte mussten ab Samstagmorgen ohne Strom und Heizung auskommen. Am Mittwochvormittag konnten alle Haushalte wieder versorgt werden.









