Großer Bedarf an Fachkräften
Aus diesen Ländern kommen die meisten Pflegekräfte
10.06.2026 – 15:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland benötigt dringend Fachkräfte für die Pflege. Spezialisten aus dem Ausland gelten als unverzichtbar, doch in manchen Bundesländern sind sie kaum zu finden.
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst. Entsprechend größer wird der Bedarf an Pflegekräften. Laut Statistischem Bundesamt braucht es 2049 rund 2,15 Millionen Menschen in Pflegeberufen – das ist ein Drittel mehr als 2019.
Allerdings sind diese Fachkräfte auf dem deutschen Markt allein nicht zu finden. Das Statistische Bundesamt geht folglich davon aus, dass bis 2049 bis zu 690.000 Pflegekräfte hierzulande fehlen werden. Deutschland ist entsprechend im zunehmenden Maße auf Pflegekräfte aus dem Ausland angewiesen.
Über 40 Prozent der Pflegekräfte aus dem Ausland
Schon heute kommen rund 40 Prozent der Pflegekräfte von außerhalb Deutschlands, in sechs deutschen Bundesländern hat bereits mehr als jede zweite Pflegekraft keinen deutschen Pass. Das zeigt eine Auswertung der Jobplattform Pflegia, die auf den bei der Plattform registrierten Bewerbern beruht.
Demzufolge ist in Berlin der Anteil nicht deutscher Pflegekräfte mit 54,71 Prozent am höchsten. Auch in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Hessen überwiegen bereits nicht deutsche Pflegekräfte.
Deutlich niedriger ist der Anteil hingegen in den meisten ostdeutschen Bundesländern. So hat in Mecklenburg-Vorpommern nur knapp jede fünfte Pflegekraft (20,1 Prozent) keinen deutschen Pass. Auch in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt arbeiten vergleichsweise wenig Pflegeprofis aus dem Ausland.
| Bundesland | Anteil nicht deutscher Bewerbungen als Pflegekraft |
|---|---|
| Berlin | 54,71 % |
| Baden-Württemberg | 52,77 % |
| Bremen | 52,0 % |
| Bayern | 51,3 % |
| Hamburg | 50,57 % |
| Hessen | 50,16 % |
| Nordrhein-Westfalen | 38,32 % |
| Rheinland-Pfalz | 38,26 % |
| NIedersachsen | 38,01 % |
| Thüringen | 35,38 % |
| Schleswig-Holstein | 33,21 % |
| Saarland | 33,0 % |
| Sachsen | 29,54 % |
| Brandenburg | 28,0 % |
| Sachsen-Anhalt | 22,61 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 20,1 % |
Zu den Gründen macht die Pflegia-Erhebung keine Angaben. Für den Osten kann der Mangel an Pflege-Fachkräften jedoch zu einem Problem werden, schließlich gilt in manchen Regionen bereits heute jeder Sechste als pflegebedürftig. Der Mangel an Fachkräften ist groß – über viele Branchen hinweg. Auch deshalb versuchen die Bundesländer im Osten, attraktiver für Zuwanderer zu werden.
Eine Möglichkeit wäre es zudem, schon in den Bundesländern lebende Ukrainer schneller in Arbeit zu bringen. Bereits heute ist die Ukraine das zweithäufigste Herkunftsland für ausländische Pflegekräfte. Insgesamt 1.789 Bewerber verzeichnete Pflegia aus der Ukraine – das entspricht einem Anteil von 8,49 Prozent. Lediglich Bewerber aus Syrien (12,28 Prozent) sind häufiger unter den Bewerbern zu finden.











