Brustkrebs bleibt weltweit die häufigste Krebsart bei Frauen. Eine neue Untersuchung aus Frankreich zeigt, in welchen Regionen die Fälle stark zunehmen.
Brustkrebs ist nicht nur die bei Frauen am häufigsten diagnostizierte Krebsart, sondern auch die Hauptursache krebsbedingter Todesfälle. Eine neue Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon liefert nun eine umfassende Analyse der jährlichen Neuerkrankungen weltweit – und gibt eine Prognose bis zum Jahr 2050 ab. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachblatt „Nature Medicine“ veröffentlicht.
Laut der aktuellen Erhebung gab es im Jahr 2022 weltweit etwa 2,3 Millionen neue Fälle von Brustkrebs. Rund 670.000 Frauen starben an den Folgen der Erkrankung. Brustkrebs macht damit 25 Prozent aller neuen Krebsfälle und 15,5 Prozent der krebsbedingten Todesfälle bei Frauen aus.
Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Während die höchsten Inzidenzraten in Australien und Neuseeland mit 100,3 Erkrankungen pro 100.000 Frauen verzeichnet wurden, lag die Rate in Südasien mit 26,7 pro 100.000 deutlich niedriger. Die Sterberate war besonders in Melanesien (26,8 pro 100.000) hoch, während sie in Ostasien (6,5 pro 100.000) vergleichsweise niedrig blieb.
Basierend auf diesen Raten ermittelten die Forscher: Weltweit wird bei einer von 20 Frauen im Laufe ihres Lebens Brustkrebs diagnostiziert. Das Risiko, an der Krankheit zu sterben, liegt bei etwa 1 zu 70.
Auch hier bestehen den Ergebnissen zufolge große Unterschiede zwischen den Kontinenten und Ländern: Das lebenslange Risiko einer Brustkrebsdiagnose fiel in Frankreich (eine von 9) und Nordamerika (eine von 10) am höchsten aus, während das lebenslange Sterberisiko durch Brustkrebs in Fidschi (eine von 24) und Afrika (eine von 47) am höchsten war.
Die Studienautoren warnten zudem vor einem deutlichen Anstieg der Brustkrebsfälle in den kommenden Jahrzehnten. Bis 2050 wird demnach ein Anstieg der Neuerkrankungen um 38 Prozent auf 3,2 Millionen Fälle pro Jahr erwartet. Noch dramatischer fällt die Prognose für die Sterbefälle aus: Diese könnten um 68 Prozent auf über 1,1 Millionen Fälle pro Jahr steigen. Zu den Ursachen dieser Entwicklungen äußern sich die Forscher in ihrer Arbeit aber nicht.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und die Heilungschancen zu verbessern. Die erste kostenlose Brustkrebs-Früherkennung können Frauen hierzulande ab einem Alter von 30 Jahren in Anspruch nehmen.