
„Das ist ein Homizid“
Forensiker erheben Zweifel an Todesursache von Kurt Cobain
Aktualisiert am 11.02.2026 – 17:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Kurt Cobain rückt der Fall erneut in den Mittelpunkt. Neue Untersuchungen stellen zentrale Hypothesen infrage.
Drei Jahrzehnte nach dem Tod des Nirvana-Sängers werden die Annahmen zu den Todesumständen auf den Kopf gestellt. Wie die britische Zeitung „Daily Mail“ berichtet, haben private Forensiker den damaligen Autopsiebericht erneut ausgewertet – mit einem Ergebnis, das dem offiziellen Befund widerspricht.
Im April 1994 war Kurt Cobain in seinem Haus in Seattle tot aufgefunden worden. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass er sich mit einer Flinte das Leben genommen habe. An dieser Bewertung hält das zuständige King County Medical Examiner’s Office im US-Bundesstaat Washington bis heute fest. Ein Sprecher erklärte, man habe sämtliche Protokolle eingehalten und sehe keinen Anlass für eine Wiederaufnahme des Falls – es sei denn, es würden neue, grundlegende Beweise vorgelegt.
Genau hier setzen die aktuellen Analysen an. Ein inoffizielles Team um den Forensiker Brian Burnett und die Forscherin Michelle Wilkins hat die damaligen Unterlagen eingehend geprüft. Nach ihrer Einschätzung könnte Cobain zum Zeitpunkt des tödlichen Schusses bereits handlungsunfähig gewesen sein. Wilkins verweist auf die im Bericht dokumentierte Nekrose von Gehirn und Leber. Diese deute eher auf Sauerstoffmangel infolge einer Heroinüberdosis hin als auf einen sofortigen Tod durch eine Schussverletzung. Ihr Schluss fällt eindeutig aus: „Dies ist ein Homizid.“
Psychiater und Rechtsmediziner der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben das Phänomen des Homizids, der als erweiterter Suizid angesehen wird, wissenschaftlich untersucht. Bei dieser schwerwiegenden Form der Selbsttötung bezieht der Täter mindestens eine weitere Person in die Tötungshandlung ein. Die Experten um Florence Hellen stellten fest, dass Suizid und Tötung meist am selben Ort und in rascher zeitlicher Abfolge stattfinden.
Nach Darstellung der Experten sei Cobain möglicherweise mit einer extrem hohen Dosis Heroin außer Gefecht gesetzt worden. Erst danach könne ihm die tödliche Schusswunde zugefügt worden sein. Wilkins beschreibt den Fundort als zu sauber für einen Suizid. Quittungen für Waffe und Munition hätten sich ordentlich in seiner Tasche befunden, die Patronenhülsen seien aufgereiht zu seinen Füßen gelegen. „Für mich sieht es so aus, als hätte jemand einen Film inszeniert und wollte, dass Sie sich absolut sicher sind, dass es sich um Selbstmord handelt“, wird Wilkins zitiert.










