20.000 gestohlene Fahrräder
Das sind die gefährlichsten Diebstahl-Hotspots
22.04.2026 – 03:10 UhrLesedauer: 2 Min.
In Berlin wurden 2025 mehr als 20.000 Fahrräder gestohlen, rund 4.000 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote bleibt trotzdem erschreckend niedrig.
Im Jahr 2025 wurden in Berlin 20.459 Fahrräder gestohlen. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Vasili Franco hervor.
Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang von rund 4.000 Fällen und zugleich dem niedrigsten Stand im Zehn-Jahres-Vergleich. Die Fallzahlen sinken damit das dritte Jahr in Folge, heißt es in der Antwort.
Klarer Spitzenreiter ist dem Dokument zufolge Mitte mit 3.943 Fällen, gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg (2.786) und Pankow (2.569). Am wenigsten betroffen: Marzahn-Hellersdorf mit 538 Fällen. Saisonal lag der Höhepunkt im Mai (2.233 Fälle), der Tiefpunkt im Dezember (1.173). Gefährlichster Einzelort war Alt-Treptow mit 247 Diebstählen, dahinter folgen das Charitéviertel (206) und die Oranienburger Straße (194). Die meisten Räder wurden auf Straßen und Gehwegen gestohlen, in einigen Bezirken auch besonders häufig in Mehrfamilienhäusern.
Von 874 ermittelten Tatverdächtigen hatten 59,4 Prozent ihren Wohnsitz in Berlin, 37,5 Prozent keinen festen Wohnsitz. Der Gesamtschaden belief sich auf 27,2 Millionen Euro, nach 33,1 Millionen im Vorjahr. Der Durchschnittsschaden je Fall lag laut der Antwort der Senatsverwaltung bei 1.246 Euro.
Die Ermittlungsgruppe Sattelschlepper, die sich mit organisiertem Fahrraddiebstahl befasst hatte, wurde nach 111 Strafanzeigen gegen 16 Tatverdächtige am 31. Juli 2025 aufgelöst. Eine dauerhafte Nachfolgestruktur plant der Senat nicht: „Die Einrichtung von anlassbezogenen, temporären EG bleibt davon unberührt.“ Ein zu Präventionszwecken eingesetztes sogenanntes „Lockfahrrad“ wurde 2025 knapp 40-mal an Hotspots aufgestellt, zu einem Diebstahlversuch kam es kein einziges Mal.
Die Polizei führte 578 Schwerpunkteinsätze durch und vergab 6.950 kostenlose Fahrradkennzeichnungen. Bei der Staatsanwaltschaft gingen 792 Verfahren ein. Allein 154 Fälle wurden nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt, also mangels hinreichenden Tatverdachts. In drei Fällen kam es zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Den Rückgang der Fallzahlen führt die Senatsverwaltung nach eigenen Angaben auf die Wirksamkeit der eigenen Präventionsmaßnahmen zurück.












