
„Elsa öffnete die Augen“
Katastrophe von Crans-Montana: 15-Jährige erwacht aus dem Koma
23.01.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Drei Wochen lang bangen Eltern, Freunde und Verwandte um das Leben einer 15-Jährigen. Jetzt gibt es einen „überwältigenden Moment“ im Krankenhaus.
Vor allem junge Menschen waren in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana, als es zur Feuerkatastrophe kam. 40 Menschen starben, weit über 100 wurden verletzt. Die 15-jährige Elsa R. gehörte in jener Nacht zu den jüngsten Besuchern – und überlebte mit schwersten Verbrennungen. Drei Wochen lag sie in einer Spezialklinik im Koma. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer.
R. ist aus dem Koma erwacht und hat die Augen geöffnet, wie unter anderem die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete. Der Vater der Jugendlichen sagte dem Bericht zufolge: „Elsa öffnete die Augen und erkannte uns. Für ihre Mutter und mich war das ein überwältigender Moment. Unvorstellbar.“
Ihm sei bewusst, dass dies „nur ein kleiner Meilenstein ist im Vergleich zu dem, was noch vor uns liegt“. So sei etwa der Darm der 15-Jährigen schwer geschädigt und noch nicht funktionsfähig. „Der Kampf ist noch lang“, betonte der Vater. Elsa steht demnach vor ihrer mittlerweile dritten Operation.
Elsa R. kommt aus der italienischen Stadt Biella in der Urlaubsregion Piemont und besuchte dort eine Sekundarschule. 60 Prozent ihrer Haut waren nach der Feuerkatastrophe verbrannt. Tausende Menschen hatten ihr Mitgefühl in sozialen Medien bekundet – und der 15-Jährigen und ihrer Familie Hoffnung zugesprochen.
Beim Inferno von Crans-Montana waren 40 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 wurden teils schwer verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus.
Jessica M., die die Bar „Le Constellation“ gemeinsam mit ihrem Mann führte, soll die Schuld in einer mehrstündigen Vernehmung am Mittwoch zurückgewiesen haben. Sie habe stattdessen ihre Mitarbeiter beschuldigt, wie „Corriere della Sera“ berichtete. Laut M. sei es „eine Initiative der Jungs“, also der Kellner, gewesen, die Kellnerinnen auf die Schulter zu nehmen, die anschließend die Champagnerflaschen samt Wunderkerzen in die Bar brachten. Weder sie noch ihr Mann Jacques hätten sie dazu angewiesen. Dass die Schaumstoffpaneele an der Decke der Bar leicht entflammbar gewesen seien, habe Jessica M. nicht gewusst.
Gegen die beiden Barbetreiber, Jacques und Jessica M., laufen Ermittlungen, unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst.











