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Home » 120.000 offene Stellen gefährden Warenversorgung
Wirtschaft

120.000 offene Stellen gefährden Warenversorgung

By zeit-heute.deDezember 29, 20252 Mins Read
120.000 offene Stellen gefährden Warenversorgung
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120.000 Stellen offen

Logistikbranche warnt vor Lieferengpässen

29.12.2025 – 12:23 UhrLesedauer: 2 Min.

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Lkw auf einer Raststätte (Symbolbild): Jedes Jahr gehen mehr Lkw-Fahrer in den Ruhestand als neue nachkommen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago-images-bilder)

Der Logistikbranche fehlen aktuell 120.000 Lkw-Fahrer, während jährlich mehr in Rente gehen als nachrücken. Die Folge könnten leere Supermarktregale sein.

Die deutsche Logistikbranche schlägt Alarm wegen zunehmender Personalengpässe. „Es fehlen momentan 120.000 Lkw-Fahrer plus X“, sagte der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Pro Jahr gingen etwa 30.000 bis 35.000 Fahrer in den Ruhestand. Dem stünden jedoch nur 15.000 bis 20.000 Nachfolger gegenüber. Die Lücke werde sich daher absehbar weiter vergrößern.

„Wir hören von vielen Transportunternehmen, dass sie zunehmend Fahrzeuge stilllegen und Bestellungen stornieren, weil ihnen schlicht die Fahrer für die Lkw fehlen“, sagte Engelhardt. Viele Logistikdienstleister würden sich auch nicht mehr an Ausschreibungen beteiligen, weil die zu erwartenden Frachterlöse bei den durch den Fahrermangel überdurchschnittlich gestiegenen Personalausgaben keine Kostendeckung erwarten ließen.

„Die schon heute immer wieder zu sehenden Leerstellen in den Regalen rühren nicht nur daher, dass sich die jeweilige Supermarktkette gerade mit einem Lebensmittelhersteller über die Preise streitet“, sagte der BGL-Vorstandssprecher. 80 Prozent der Waren und Güter in Deutschland würden auf der Straße transportiert. „Was passiert, wenn Lieferengpässe um sich greifen, konnte man während Corona sehen – Stichwort ‚Klopapier‘.“

Eine Entlastung durch das sogenannte autonome Fahren, bei dem sich Lkw mittels Sensoren, Kameras sowie Künstlicher Intelligenz (KI) ohne Mensch am Steuer fortbewegen, erwartet der Branchenverband nicht. Lkw-Fahrer dürften unverzichtbar bleiben, da sie auch Begleiter und Bewacher der ihnen anvertrauten Güter seien.

„Sie sind verantwortlich für die rechtssichere Übergabe der Ladung an den Empfänger sowie für Transport- und Ladungssicherung“, betonte Engelhardt. Auch in absehbarer Zukunft sei nur ein Mensch in der Lage, bei von der Technik nicht vorhergesehenen Ereignissen einzugreifen.

Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Brutto-Medianlohn für Lkw-Fahrer bei 3.048 Euro und damit deutlich unter dem mittleren Jahreseinkommen der gesamten Bevölkerung, welches bei 4.346 Euro liegt. Der Medianlohn bezeichnet das Einkommen, bei dem genau die Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Er gilt deshalb als besonders aussagekräftiger Maßstab für das „typische“ Einkommen, weil extreme Spitzengehälter ihn nicht verzerren.

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