
Der Sieg des 1. FC Köln gegen Mainz zeigt, dass die Verantwortlichen zu Recht ruhig geblieben sind. Der FC geht mit Lukas Kwasniok den richtigen Weg.
Zur Halbzeitpause der Partie zwischen dem 1. FC Köln und Mainz 05 sah so mancher FC-Fan beim Stand von 0:1 schon einige Schlagzeilen aufkommen: „Willkommen im Abstiegskampf“ oder „Jetzt wird’s eng für Kwasniok“ hätten durchaus gepasst. Doch eben jener Lukas Kwasniok fand in der Kabine die richtigen Lösungen und war nach 90 Minuten einer der Gewinner des Spiels.
Das 2:1 war der Beweis für eine der Qualitäten, die Sportdirektor Thomas Kessler in Kwasniok gesehen hatte: das sogenannte In-Game-Coaching, also den Einfluss auf die Mannschaft während des Spiels. Schon in Heidenheim hatte der FC eine deutlich bessere zweite Hälfte gespielt und das Spiel beinahe noch gewonnen. Nun wurde aus dem „beinahe“ ein „endlich“.
Die Erlösung nach mehr als zwei Monaten: Der FC kann doch noch gewinnen. Dank des perfekten Joker-Einsatzes von Ragnar Ache mit zwei Toren, dank Kwasnioks taktischer Umstellung auf eine Viererkette, dank der Einwechslung von Tom Krauß für den indisponierten Eric Martel, dank eines seit dem Trainingslager wie ausgewechselt spielenden Alessio Castro-Montes.
Der FC zeigte in der zweiten Hälfte Qualitäten, die nichts mit einem Abstiegskandidaten zu tun haben. Die Verantwortlichen um Kessler hatten in der Krise auf Kwasniok vertraut und dem Cheftrainer trotz Drucks den Rücken gestärkt. Am Samstag zahlte sich dieser Rückhalt aus. Die zweiten 45 Minuten waren ein Beweis dafür, dass der FC auf dem richtigen Weg ist.
Aber auch, wie weit auf diesem Weg noch zu gehen ist. Denn die ersten 45 Minuten waren genau das Gegenteil. Kwasniok wird daraus seine Lehren ziehen, und es würde nicht verwundern, sollten sich die Einsatzzeiten von so manchem Spieler in den kommenden Wochen deutlich verändern. Je nachdem, welche Neuzugänge im Januar noch kommen sollten, werden einige Spieler um ihre Plätze bangen müssen.
Mit 20 Punkten steht der FC nun sieben Punkte vor den Abstiegsrängen. Das bietet nach dem 18. Spieltag zwar längst keine Sicherheit. Dennoch haben die Geißböcke nun einen Vorsprung auf die gefährlichsten Plätze aufgebaut, der Ruhe spenden sollte. Und den Mut, in den kommenden Wochen wieder freier aufspielen zu können.










