Der 1. FC Köln hat im DFB-Pokal gegen Union Berlin die erhoffte Reaktion auf das Schalke-Spiel gezeigt. Für René Wagner war es der bislang wichtigste Sieg.
„Bin ich hier richtig?“, kommentierte Michael Trippel den Treffer zum 5:0-Endstand gegen Union Berlin. Nicht wenige Fans des 1. FC Köln dürften sich am Dienstagabend dieselbe Frage wie der Stadionsprecher gestellt haben. Nur drei Tage nach der ernüchternden Nullnummer gegen Schalke 04 traten die Geißböcke im DFB-Pokal wie verwandelt auf.
Nach einem zähen Saisonstart war dieses Spektakel genau das Fußballfest, das der FC benötigt hat – Balsam für die Fanseele. Und natürlich für den zuletzt immens in der Kritik stehenden Trainer René Wagner.
5:0-Sieg des 1. FC Köln: Balsam für die Fan- und die Trainerseele
Gegen Schalke war die Stimmung am Boden, im Rheinenergiestadion ertönten erstmals „Wagner raus“-Rufe. Gegen Union Berlin folgte in jeglicher Hinsicht eine 180-Grad-Wende. Die Kölner Anhänger besangen kein Trainer-Aus, sondern ihren Traum vom Europapokal. „Das war ein bisschen Crashkurs 1. FC Köln“, sagte Wagner über die Gefühlsachterbahn der vergangenen Tage.
Für den 38-Jährigen war es genau der richtige Sieg zur richtigen Zeit. Hätte der FC auch im Pokal enttäuscht, hätte die Trainerdiskussion rund ums Geißbockheim noch mehr Fahrt aufgenommen. Hätten die Kölner dann auch im anstehenden Ligaduell mit Union am Sonntag in Berlin verloren, wäre es für Wagner wohl eng geworden.
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Das 5:0 am Dienstag war nun nicht nur der höchste Sieg in der noch jungen Cheftrainer-Karriere des früheren Assistenten von Steffen Baumgart und Lukas Kwasniok. Wagner gelang es, viele Kritikpunkte an seiner Person zu widerlegen – zumindest für diesen einen Abend.
Erstmals in dieser Saison überzeugte der FC nicht nur phasenweise, sondern über die kompletten 90 Minuten hinweg. Die Balance zwischen Defensive und Offensive stimmte, der FC spielte trotz des Fünf-Tore-Spektakels erneut zu null. Said El Mala zeigte in seiner neuen, zentraleren Rolle, die ihm Wagner verpasst hat, seine beste Saisonleistung und erzielte erstmals in seiner Profikarriere einen Doppelpack.
René Wagner gelingt entscheidender Taktikkniff
Auch Wagners zuletzt kritisierte und von Pfiffen begleitete Wechsel zündeten. Das 4:0 von Isak Johannesson und das 5:0 durch Sebastian Sebulonsen waren Jokertreffer, mit Jan Thielmann und Reigan Heskey waren zwei weitere Wechselspieler an der Vorarbeit beteiligt. Zudem gelang Wagner mit Tom Krauß‘ Versetzung in die Dreierkette ein entscheidender Taktikkniff, den der Gegner gewiss nicht auf der Rechnung hatte.
Der Sieg war fraglos ein Sieg des Trainers und verschafft Wagner Zeit. Doch so gut dieser Abend auch tat: Er darf nur der Anfang sein. Nach dem Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach vor zweieinhalb Wochen hat sich gezeigt, wie schnell die Stimmung beim FC kippen kann.
Wagner und seine Mannschaft müssen in der Liga beweisen, dass der Pokalauftritt keine Eintagsfliege war. Der FC hat demonstriert, wozu er fähig ist, und muss schon am Sonntag in Berlin daran anknüpfen. Ansonsten rückt der Tabellenkeller näher und Wagner steht trotz des Achtelfinaleinzugs sofort wieder unter Druck.











