Zweiter Gardasee
Sensationelle Entdeckung in Italien erregt Aufsehen
Aktualisiert am 04.10.2026 – 09:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Unter der Provinz Venedig liegt ein riesiges Süßwasservorkommen. Es ist fast so groß wie der Gardasee. In Italien weckt der Fund große Hoffnungen. Denn die Region kämpft mit einem massiven Problem.
Zwischen Punta Gorzone (Chioggia) und Buoro (Gemeinde Cavarzere) in der Provinz Venedig befindet sich in 30 Metern Tiefe ein riesiger unterirdischer Süßwassersee, der sich über fast 30.000 Hektar erstreckt – eine Fläche, die in etwa der Größe des Gardasees entspricht.
Die Entdeckung in Italien war bereits im Juli 2025 bekannt gegeben worden, erregt aber erst jetzt Aufsehen. Denn die Dürreperiode der vergangenen Monate hat das Problem der Versalzung durch den sogenannten Salzwasserkeil in der gesamten Region verschärft. Der unterirdische See wird aber von dicken Schichten aus Ton und Schluff geschützt.
Diese Bodenschicht ist mehr als zehn Meter dick und verlangsamt den Zufluss von Salzwasser aus dem oberflächennahen Grundwasserleiter. Diese als Aquitard bezeichnete Erdschicht verhindert die Verunreinigung des Süßwassers tief unter dem Boden Italiens.
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Ton- und Schluffschichten schützen unterirdischen See in Italien
„Die Untersuchungen bestätigen, dass dieses gigantische, tief liegende Vorkommen nur wenig anfällig für das Eindringen von Salzwasser ist und nur äußerst langsam durch das Vordringen des Meerwassers beeinträchtigt wird“, erklärte Lorenzo Frison, Ingenieur beim Wasserbau- und Entwässerungskonsortium Adige Euganeo und Verantwortlicher des Projekts SWAMrisk, laut der italienischen Zeitung „Venezia Today“. SWAMrisk ist ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt zwischen Italien und Kroatien, das sich mit dem Klimawandel in Küstengebieten befasst.
Dank der Schutzschicht beträgt die Salzkonzentration im Wasser des unterirdischen Sees in einer Tiefe zwischen 28 und 35 Metern lediglich 1 Gramm pro Liter.
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„Ich kann nur meine große Zufriedenheit über eine Entdeckung zum Ausdruck bringen, die unsere Region unmittelbar betrifft und langfristig eine strategische Ressource darstellen könnte, insbesondere für die Landwirtschaft“, sagte der Bürgermeister der Hafenstadt Chioggia, Mauro Armelao, über den sensationellen Fund in Italien.
Dürre, sinkende Flusspegel und die Versalzung küstennaher Böden belasten die italienische Region zunehmend. „Das Aufsteigen von Salzwasser entlang der Flüsse hat direkte und verheerende Auswirkungen auf das oberflächennahe Grundwasser“, erklärte Lorenzo Frison. „Hier erreicht der Salzgehalt in etwa sieben Metern Tiefe 14 Gramm pro Liter.“ Dieser Wert liege zwar deutlich unter den 35 Gramm pro Liter, die für Meerwasser typisch sind, sei aber für landwirtschaftliche Nutzpflanzen äußerst schädlich.
