Untersuchung mit rund 800 Männern

Wie Stress im Job dem Sexleben schaden kann


10.09.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 4 Min.

Erschöpfter Mann am Laptop (Symbolbild): Beruflicher Stress kann zahlreiche gesundheitliche Probleme verursachen und private Beziehungen belasten. (Quelle: filadendron/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine Studie zeigt: Männer, die viel arbeiten und unter Druck stehen, haben häufiger Erektionsstörungen. Doch neben Stress spielen wohl noch weitere Faktoren eine Rolle.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag kann Sex zur Erholung und Aufmunterung beitragen – sofern er nicht ebenfalls mit Problemen verbunden ist. Genau das kann allerdings der Fall sein, wenn jemand aufgrund des Jobs müde, gereizt, verärgert oder von Sorgen geplagt ist: Auch das Liebes- beziehungsweise Sexleben kann darunter leiden.

Eine Forschungsgruppe aus China wollte genauer wissen, welche Belastungen im Arbeitsalltag mit Erektionsproblemen zusammenhängen. Die Ergebnisse ihrer Studie belegen, dass beruflich gestresste Männer tatsächlich häufig von Erektionsstörungen betroffen sind. Dabei fiel jedoch nicht jede Form von Stress gleich stark ins Gewicht. Und: Das Team fand Hinweise darauf, dass bestimmte Arbeitsbedingungen das Risiko für jobbedingte Erektionsprobleme senken können.

Studie mit mehr als 800 Männern

An der Studie nahmen 826 Männer zwischen 22 und 40 Jahren teil, die zwischen März 2022 und August 2024 an einer urologischen Klinik der Zhejiang University aufgenommen wurden. Alle arbeiteten seit mindestens einem Jahr in Vollzeit und lebten seit sechs Monaten oder länger in einer festen Partnerschaft.

Anhand standardisierter Fragebögen ermittelten die Forscher, wie belastet sich die Teilnehmer im Job fühlten. Die Männer sollten unter anderem beantworten,

  • wie viele Stunden sie wöchentlich arbeiten,
  • wie groß ihr Druck ist, beruflich aufzusteigen,
  • wie viel sie bei der Arbeit selbst entscheiden dürfen,
  • wie viel Unterstützung sie von ihrem Vorgesetzten bekommen und
  • wie das Verhältnis zu ihren Kollegen ist.

Aus den Angaben berechneten die Wissenschaftler für jeden Teilnehmer einen Wert, der das jeweilige Stresslevel widerspiegeln sollte. Lange Arbeitszeiten und hoher Beförderungsdruck zählten dabei als Belastung und erhöhten somit den Wert. Entscheidungsspielraum, Unterstützung durch den Chef und gute Beziehungen zu Kollegen hingegen senkten den Wert.

Anschließend teilten sie die 826 Männer nach ihrem Stresswert in vier annähernd gleich große Gruppen ein – von geringer bis besonders hoher Belastung.

Erektionsfähigkeit mit Fragebögen erfasst

Über ihre Erektionsfähigkeit sollten die Teilnehmer ebenfalls in einem Fragebogen Auskunft geben. Darin sollten sie unter anderem beantworten, wie zuverlässig bei ihnen eine Erektion zustande kam und wie gut sie beim Sex aufrechterhalten werden konnte.

Auch diese Angaben fassten die Wissenschaftler zu einem Gesamtwert zusammen. Dieser bewegte sich zwischen 5 und 25 Punkten: je geringer die Zahl, desto ausgeprägter die Probleme. Werte von 22 bis 25 galten als unauffällig, ab 21 Punkten abwärts ordneten die Forscher die Beschwerden als unterschiedlich stark ausgeprägte Erektionsstörung ein.

Überdies wollten die Forscher wissen, ob der Arbeitsstress auch mit hormonellen Veränderungen einhergeht. Konkret interessierten sie sich für den Spiegel des Stresshormons Cortisol und des männlichen Sexualhormons Testosteron. Dazu nahmen die Forscher jedem Teilnehmer zweimal Blut ab: einmal morgens zwischen 7 und 9 Uhr vor dem Frühstück und ein weiteres Mal am selben Abend zwischen 21 und 23 Uhr.

Gut zu wissen

Die zwei Messzeitpunkte waren wichtig, weil Cortisol normalerweise morgens besonders hoch ist und im Laufe des Tages deutlich absinkt. Die Forscher konnten so nicht nur einzelne Hormonwerte vergleichen, sondern auch prüfen, ob dieser natürliche Tagesrhythmus bei stark gestressten Männern verändert war.

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