Messbare Veränderungen

Nächtliches Licht könnte dem Herz schaden


10.09.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann im Bett blickt auf ein Smartphone (Symbolbild): Helle Displays können das Einschlafen erschweren. (Quelle: zoranm/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Begünstigt nächtliches Licht Herzkrankheiten? Eine große Studie weist in diese Richtung – und liefert eine mögliche Erklärung.

Die innere Uhr des Körpers orientiert sich am Wechsel zwischen Tag und Nacht. Licht spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ist es zur falschen Zeit hell, kann sich das auf den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus auswirken – und auf die Gesundheit: Studien legen nahe, dass eine starke Lichtbelastung in der Nacht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte.

Wie genau, lässt sich nicht sicher sagen. Neue Forschungsergebnisse liefern nun eine mögliche Erklärung: Offenbar geht nächtliches Licht mit potenziell schädlichen Veränderungen am Herzen einher.

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Teilnehmer mit Lichtsensoren ausgestattet

An der Studie nahmen 11.071 Menschen aus der UK Biobank teil. Das ist eine große britische Gesundheitsdatenbank, in der medizinische Informationen von Hunderttausenden Menschen gesammelt werden.

Die Teilnehmer trugen eine Woche lang einen Lichtsensor am Handgelenk, der erfasste, wie viel Licht sie nachts ausgesetzt waren. Drei Jahre später wurde ihr Herz mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht. So konnte die Forschungsgruppe sehen, wie groß die einzelnen Herzkammern waren, wie dick die Herzwände waren und wie stark sich der Herzmuskel beim Herzschlag zusammenzog und verformte.

Mehr Licht, mehr Veränderungen am Herzen

Für die Auswertung untersuchte das Team, wie lange die Teilnehmer während ihrer nächtlichen Ruhephase Licht von mehr als drei Lux ausgesetzt waren. Anschließend wurden sie je nach Lichtbelastung in vier Gruppen eingeteilt – von gar keiner bis zu einer hohen Belastung.

Der Vergleich der Gruppen ergab: Wer nachts mehr Licht abbekam, hatte im Durchschnitt eine dickere Wand der linken Herzkammer. Zudem zeigten die MRT-Aufnahmen, dass sich der Herzmuskel bei den stärker dem Licht ausgesetzten Personen beim Herzschlag etwas weniger stark verformte und seine Kontraktionsleistung geringer war.

An anderen Teilen des Herzens fanden die Forscher ebenfalls Unterschiede: Die rechte Herzkammer und der linke Vorhof waren im Durchschnitt etwas größer. Beim linken Vorhof war zudem die Pumpfunktion leicht vermindert.

Je stärker die nächtliche Lichtexposition war, desto ausgeprägter waren die Veränderungen am Herzen. Was diese über die Herzgesundheit verraten, erklärt Studienautor Lu Qi von der Tulane University in New Orleans in einer Pressemitteilung: „Solche Veränderungen beobachten wir typischerweise als Reaktion auf chronischen Stress oder eine Schädigung des Herzens. Es handelt sich um eine Anpassungsreaktion unseres Körpers auf diese Belastung, doch langfristig schwächt sie das Herz und kann zu Herzinsuffizienz führen.“

Kürzerer Schlaf könnte eine Rolle spielen

Die Forscher wollten auch wissen, warum nächtliches Licht mit den Veränderungen am Herzen verbunden sein könnte. Dabei nahmen sie vor allem den Schlaf der Teilnehmer in den Blick. Ihre Berechnungen deuten darauf hin, dass eine kürzere Schlafdauer zumindest einen Teil des beobachteten Zusammenhangs erklären könnte.

Das ist plausibel: Licht in der Nacht kann die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin beeinträchtigen. Untersuchungen zufolge reichen dazu bereits sehr geringe Lichtstärken aus.

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