Hitzewelle bringt Bestatter ans Limit

Zahl der Toten ist offenbar deutlich gestiegen


02.07.2026 – 18:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mitarbeiter eines Krematoriums bringt einen Sarg in den Kühlraum (Symbolbild): Bestatter kamen in den letzten Tagen an ihre Grenze. (Quelle: Thomas Frey/dpa)

Die tagelange Extremhitze hat wohl zu vielen Todesfällen geführt. Bestatter berichten von Problemen. Beim Abtransport von Leichen kam es zu Engpässen.

Die extreme Hitzewelle der vergangenen Woche hat offenbar zumindest in einzelnen Fällen auch Bestatter an ihre Grenzen geführt. Im Raum Köln habe es Hinweise gegeben, dass es am Wochenende vorübergehend zu Engpässen beim Abtransport von Leichen gekommen sei, sagte der Gruppenleiter im NRW-Gesundheitsministerium, Professor Frank Stollmann, im zuständigen Ausschuss des Landtags.

Zudem habe es in Leverkusen am Samstag nach Angaben der Bezirksregierung Köln einen akuten Engpass bei der Unterbringung von Verstorbenen gegeben. Auch die Stadt Köln habe vergleichbare Probleme gemeldet.

  • Spektakuläres Foto ist kein KI-Bild: Wasserfälle schießen Matterhorn-Hänge hinab
  • Zigtausende Tote, immense Kosten: Nasa-Forscherin fürchtet „ein Riesending“

Schwierigkeiten werden auch aus Baden-Württemberg gemeldet. Der SWR berichtete unter Berufung auf einen Heidelberger Bestatter, es habe mehr als fünfmal so viele sogenannte „polizeiliche Bergungen“ wie üblich gegeben. Andere Bestatter sprachen von doppelt bis dreimal so viel Arbeit.

Gesundheitsminister: „Herausfordernde Situationen“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte mit Blick auf die tagelange Extremhitze: „Das waren für das gesamte Gesundheits- und Pflegesystem und Rettungssystem vor allen Dingen am Samstag und Sonntag äußerst herausfordernde Situationen.“ Ohne Frage sei es in Krankenhäusern und Notfallambulanzen teilweise zu schwierigen Stunden gekommen.

Ob es bundesweit in bestimmten Altersgruppen deutlich mehr Todesfälle als sonst gab, lässt sich allerdings erst am kommenden Dienstag genauer sagen. Dann veröffentlicht das Statistische Bundesamt vorläufige Sterbefallzahlen für die vergangene Hitzewoche vom 22. bis zum 28. Juni.

Sterbezahlen in Frankreich: 85 Prozent mehr Über-75-Jährige tot

In Frankreich gibt es hingegen bereits Zahlen. Dort teilte der medizinische Bereitschaftsdienst SOS Médecins am Donnerstag mit, dass während der jüngsten Hitzewelle die Zahl der Todesfälle von Über-75-Jährigen um 85 Prozent angestiegen sei. Innerhalb einer Woche seien landesweit 513 Menschen dieser Altersgruppe gestorben, während es in der Vorwoche 278 Todesfälle gegeben habe. Die Zahl der Notdiensteinsätze wegen Hitzschlags und Dehydrierung stieg nach Angaben der Organisation in der Altersgruppe um 480 beziehungsweise gut 300 Prozent an.

Zuvor hatte die nationale Gesundheitsbehörde Frankreichs bereits bekannt gegeben, dass allein vom 24. bis zum 26. Juni über alle Altersgruppen hinweg rund 1.000 Todesfälle mehr als sonst registriert worden seien. Zugleich betonte die Behörde, dass die Zahl voraussichtlich noch steigen werde. Der Chef der Pariser Krankenhäuser, Nicolas Revel, geht davon aus, dass es mehr Todesfälle durch Hitze sein werden als 2025. Damals wurden 5.700 Hitzetote registriert.

Share.
Die mobile Version verlassen