Gefährliche Rockergruppe Hells Angels

Die Abgründe unter der Kutte


Aktualisiert am 22.05.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 3 Min.

Berlin: Ein Motorrad-Korso der Hells Angels durch die Hauptstadt im Jahr 2019.

Hells Angels: Der wohl berüchtigste Motorradclub der Welt. Doch wie viel Mafia steckt wirklich unter den Kutten? Ein Überblick.

Ihre Tanks glänzen in der untergehenden Abendsonne, das Blubbern ihrer Motoren ist schon von weitem zu hören, ihren schwarzen Kutten versinnbildlichen ihre Gemeinschaft: Dieses Bild dürften viele im Kopf haben, wenn sie an sogenannte Rockerclubs denken.

Auch auf deutschen Straßen zeigt sich immer wieder ein solches Bild. Einer ihrer berühmtesten Vertreter sind die Hells Angels – der wohl größte Motorradclub der Welt. Sie selbst stilisieren sich gern als einen harmlosen Club, der gern draußen auf Zweirädern unterwegs ist. Doch in Wahrheit sind die Hells Angels oft im Mittelpunkt von kriminellen Machenschaften. t-online gibt einen Überblick über die Gruppe.

Wo kommen die Hells Angels her?

Die Hells Angels wurden 1948 in Kalifornien, USA, gegründet. Ursprünglich bestand die Gruppe aus Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die eine Leidenschaft für Motorräder teilten. Eine ihrer prägendsten Figuren war der legendäre Ralph „Sonny“ Barger. Er genießt noch heute innerhalb der Gruppe Kultstatus.

Die Hells Angels gerieten oft mit dem Gesetz und rivalisierenden Motorradgangs in Konflikt. Solche Vorfälle und das damit verbundene negative Image verstärkten den legendären Ruf der Hells Angels als Gesetzlose.

Was ist über Sonny Barger bekannt?

Sonny Barger wurde am 8. Oktober 1938 in Modesto, Kalifornien, geboren. Als aufsässiger Jugendlicher entdeckte er früh seine Leidenschaft für Motorräder. Im Jahr 1957 gründete er den Oakland-Charter der Hells Angels.

Barger wurde schnell zum Anführer der Hells Angels und soll unter den Bikern für seine charismatische Persönlichkeit, seinen Mut und seine Führungsqualitäten bekannt gewesen sein – so der Mythos. Andere sehen in ihm eher einen Menschenfänger. Unter seiner Führung wuchs die Gang zu einer mächtigen Organisation heran. Er gründete kleinere Untergruppen, immer mehr Männer kamen hinzu. Barger war auch dafür verantwortlich, das Emblem der Hells Angels, den „Death’s Head“-Schädel mit Flügeln, zu etablieren, das bis heute weltweit als Symbol der Gang bekannt ist. Es findet sich prominent auf den Kutten der Biker.

Das Logo der Hells Angels, der „Death’s Head“ (Archivbild): Auch auf den Kutten des Vereins findet sich das Symbol. (Quelle: imago)

In Deutschland gilt seit 2017 ein verschärftes Verbot von Kutten. Während zuvor nur solche Kutten verboten waren, die das Logo einer verbotenen Untergruppe trugen (siehe Tabelle). Sind mittlerweile alle Kutten einer Vereinigung verboten, sobald eine Regionalgruppe dieser verboten wurde.

Was macht sie so gefährlich?

Ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Loyalität gegenüber dem Club und ihre Bereitschaft, Gewalt einzusetzen, wenn es um die Verteidigung ihres Besitzes und ihrer Mitglieder geht, haben zu ihrem gefährlichen Ruf beigetragen. Die Hells Angels sind für ihre Verwicklung in organisiertes Verbrechen, Menschenhandel, Drogenhandel und gewaltsame Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Motorradgangs immer wieder in Schlagzeilen weltweit gekommen.

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