Was spricht gegen ein EMS-Training?

Im Grunde ist EMS-Training für die meisten erwachsenen und gesunden Personen geeignet. Es gibt aber auch Erkrankungen oder körperliche Umstände, die gegen ein solches Training sprechen:

  • Schwangerschaft
  • Herzschrittmacher oder andere Implantate (wie Defibrillatoren)
  • Epilepsie
  • Spastiken
  • Sensibilitätsstörungen

Im Zweifelsfall ist es ratsam, vor Trainingsbeginn mit einem Arzt zu sprechen. Wichtig ist es, im Vorgespräch zum EMS-Training eventuelle Vorerkrankungen zu erwähnen, damit der Trainer diese bei der Gestaltung der Übungen berücksichtigt.

Wie sinnvoll ist EMS?

Die Forschung zu EMS-Training hat in den letzten Jahren erst an Fahrt aufgenommen. Die Trainingspraxis ist der Forschung mit entsprechenden Beobachtungen in vielen Bereichen voraus – und in einigen Punkten somit nicht vollständig wissenschaftlich abgesichert.

Bislang veröffentlichte Studien bestätigen allerdings, dass ein Ganzkörper-EMS-Training signifikant positive Effekte auf die Kraft und Leistungsfähigkeit der Muskulatur zeigt. Langfristig kann ein regelmäßiges EMS-Training zudem die Körperzusammensetzung positiv beeinflussen, etwa durch eine Zunahme der Muskelmasse und eine Verringerung des Körperfettanteils.

Einzelne Studien weisen darauf hin, dass EMS-Training auch günstige Effekte auf Stoffwechselparameter haben könnte. Ob diese den gesundheitlichen Wirkungen eines regelmäßigen Kraft- und Ausdauertrainings gleichkommen, ist jedoch nicht eindeutig belegt.

Für viele Menschen kann EMS daher eine zeitsparende Möglichkeit sein, Muskelkraft aufzubauen – insbesondere wenn wenig Zeit für längere Trainingseinheiten bleibt. Es kann konventionelles Krafttraining ergänzen und je nach Trainingsziel teilweise auch ersetzen.

Gleichzeitig hat das EMS-Training aber seine Grenzen: Wer seine Ausdauer trainieren und das Herz-Kreislauf-System langfristig stärken möchte, kommt um klassisches Kardiotraining wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren nicht herum.

Da beim EMS-Training häufig vergleichsweise einfache oder statische Übungen durchgeführt werden, werden komplexe Bewegungsabläufe und sportartspezifische Koordination meist weniger trainiert als bei funktionellem Krafttraining. Für Sportarten mit komplexen Bewegungsabläufen – etwa Tennis, Handball oder Leichtathletik – ersetzt EMS daher kein sportartspezifisches Techniktraining.

Gerade für Athleten ist es also oft sinnvoller, unter Anleitung von spezialisiertem Trainingspersonal die für die jeweilige Sportart typischen Bewegungsmuster mit Unterstützung von EMS zu üben, statt sich auf statische Haltungen zu fokussieren.

Auch ein zusätzliches Mobilitätstraining (etwa durch aktives und passives Stretching oder Yoga) ist durchaus sinnvoll, um parallel zum Muskelaufbau beweglich zu bleiben.

Wie schnell nimmt man mit EMS ab?

EMS-Studios versprechen oft eine besonders schnelle Gewichtsabnahme. Hier gilt es, diese Aussagen zu hinterfragen: Forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg haben geprüft, wie groß der Abnehmeffekt bei EMS wirklich ist.

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