Umstrittene Linken-Abgeordnete
Wer ist Vanessa Emde?
14.10.2026 – 14:25 UhrLesedauer: 5 Min.
Die mögliche rot-grün-rote Koalition droht an einer Personalie zu scheitern. Die Linken-Politikerin Vanessa Emde steht wegen Antisemitismusvorwürfen in der Kritik. Wer ist sie?
Am Wochenende nach der Antisemitismus-Einigung von Linken, Grünen und SPD in Berlin tat Vanessa Emde das, wofür sie bekannt ist: Sie setzte sich für Palästina ein. Zum internationalen Tag der Palästina-Solidarität rief Emde zu einer Demonstration am Brandenburger Tor auf. „Palästina canceln in Berlin? Nicht mit mir!“, postete sie im Vorfeld auf Instagram.
Bei der Demonstration fiel Emde letztlich nicht groß auf, ganz im Gegensatz zu früheren Vorfällen. Nach mehreren umstrittenen Äußerungen und Auftritten steht die 45-Jährige stark in der Kritik, antisemitisch zu sein. Vertreter anderer Parteien halten sie für untragbar.
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Ihre Aufnahme in die Linken-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus löste nun eine Krise in der Landespolitik aus. So soll die Linke den Berliner Grünen zugesagt haben, Emde nicht in die Fraktion aufzunehmen. Nun sind die bereits begonnenen Sondierungen unterbrochen. Dabei geht es um Emde und offene Fragen zu einer Vereinbarung zum Thema Antisemitismus, die alle Linken-Abgeordneten unterzeichnet haben. Diese weiche von der Einigung der Koalitionspartner ab.
Die Personalie Emde dürfte dennoch eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie es zwischen den Parteien weitergeht. Schließlich steht sie für vieles, was Grüne und Sozialdemokraten an den Berliner Linken kritisieren. Wer ist die Frau, die die Verhandlungen ins Wanken bringt?
Palästina steht im Fokus von Emdes Arbeit
Das Thema Palästina ist dabei prägend für Emdes Karriere bei der Linken. Sie trat erst 2022 in die Partei ein, stieg aber im Neuköllner Bezirksverband schnell auf. Seit 2024 sitzt sie dort im Vorstand des Verbands, der zuletzt immer wieder durch antisemitische Vorfälle auffiel. Zudem engagiert sie sich insbesondere bei der umstrittenen Landesarbeitsgemeinschaft Palästinasolidarität. Auch im Wahlkampf setzt sie ganz auf das Thema. Auf ihre Wahlplakate druckte sie etwa „Freiheit für Palästina“.
Kritiker werfen ihr vor, sie solidarisiere sich nicht nur mit Palästina, sondern verhalte sich auch antisemitisch. Große Aufmerksamkeit erregte eine Äußerung vom Mai 2026. Damals sagte sie: „Es gibt kein Existenzrecht für Staaten – Menschen haben ein Recht zu existieren.“ Zwar kennt das Völkerrecht tatsächlich grundsätzlich kein staatliches Existenzrecht, Kritiker sehen darin aber eine Leugnung des Rechts auf einen jüdischen Staat.
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Auf Nachfrage der „Morgenpost“, ob Israel ein Existenzrecht besitze, sagte sie ausweichend: „Israel existiert de facto und verübt mit deutscher Unterstützung einen Völkermord.“ In einem Parteitagsbeschluss, den Emde nun auch anerkannt hat, heißt es aber deutlich: „Das Existenzrecht des Staates Israel ist für uns nicht verhandelbar.“
