Wichtige Rechengröße

Was versteht man unter der Standardrente?


11.06.2026 – 17:35 UhrLesedauer: 3 Min.

Rentnerpaar: Die Standardrente spielt eine wichtige Rolle in der Rentendebatte.

Rentnerpaar: Die Standardrente spielt eine wichtige Rolle in der Rentendebatte. (Quelle: Miljan Živković/getty-images-bilder)

Die Standardrente wird ab 1. Juli 2026 1.913,40 Euro brutto betragen. Doch dieser Wert hat nur bedingt etwas mit Ihrer späteren Rente zu tun.

Wenn Politiker über das Rentenniveau sprechen oder die Deutsche Rentenversicherung neue Rentenzahlen veröffentlicht, fällt regelmäßig ein Begriff: Standardrente. Doch viele Menschen interpretieren die Bezeichnung falsch. t-online erklärt, was die Standardrente aussagt und warum sie mit Ihrer eigenen Altersrente nur wenig zu tun hat.

Was versteht man unter Standardrente?

Der Begriff „Standardrente“ klingt so, als gehe es um die Rente, die die meisten Menschen im Alter bekommen. Das ist aber nicht gemeint. Die Standardrente ist keine Durchschnittsrente, sondern eine Rechengröße der gesetzlichen Rentenversicherung.

Sie beschreibt, wie hoch die gesetzliche Rente wäre, wenn jemand 45 Jahre lang gearbeitet und dabei in jedem Jahr genau so viel verdient hätte wie der Durchschnitt aller Versicherten. Für jedes dieser Jahre gäbe es einen sogenannten Entgeltpunkt, auch Rentenpunkt genannt. Nach 45 Jahren käme diese Modellperson also auf 45 Entgeltpunkte.

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Diese fiktive Person wird auch „Eckrentner“ genannt. Die Standardrente wird deshalb auch als „Eckrente“ bezeichnet.

Wie hoch ist die Standardrente?

Die Höhe der Standardrente hängt vom aktuellen Rentenwert ab. Der Rentenwert gibt an, wie viel ein Entgeltpunkt in Euro wert ist. Zum 1. Juli 2026 steigt dieser Wert von 40,79 Euro auf 42,52 Euro.

Bei 45 Entgeltpunkten ergibt sich daraus eine Standardrente von 1.913,40 Euro brutto im Monat. Vor der Erhöhung lag sie bei 1.835,55 Euro. Das Plus beträgt damit 77,85 Euro monatlich.

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Wichtig ist: Dabei handelt es sich um eine Bruttorente. Davon gehen noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Je nach persönlicher Situation können außerdem Steuern fällig werden.

Ist die Standardrente die Durchschnittsrente?

Nein, hier liegt ein häufiger Irrtum. Die Standardrente zeigt nicht, was Rentnerinnen und Rentner im Schnitt tatsächlich bekommen. Sie ist vielmehr ein Vergleichswert, mit dem Politik und Rentenversicherung die Entwicklung des Rentenniveaus darstellen.

Die allermeisten Menschen erreichen keine 45 Jahre mit genau durchschnittlichem Einkommen. Wahrscheinlich gibt es sogar niemanden in Deutschland, der exakt diesen Versicherungsverlauf vorweisen kann. Manche verdienen weniger, arbeiten in Teilzeit, unterbrechen ihre Erwerbsbiografie wegen Kindererziehung, Pflege, Arbeitslosigkeit oder Ausbildung. Andere verdienen überdurchschnittlich und sammeln entsprechend mehr Entgeltpunkte. Deshalb liegt die tatsächliche Rente in der Regel unter oder über der Standardrente. Exakt treffen wird sie wohl niemand.

Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Altersrenten lag zum 31. Dezember 2024 bei 1.154 Euro monatlich. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind hier schon abgezogen. Allerdings ist dieser Wert auch nicht besonders aussagekräftig, da Menschen bereits eine gesetzliche Rente ausgezahlt bekommen, wenn sie lediglich fünf Jahre lang eingezahlt haben. Der Durchschnittswert enthält daher auch Renten von Menschen, die nur kurz Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung geleistet haben und sich dann zum Beispiel selbstständig gemacht haben oder Beamte geworden sind.

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