Schulterprobleme reduzieren

Woher die Schmerzen in der Rotatorenmanschette kommen


Aktualisiert am 03.09.2026 – 08:47 UhrLesedauer: 4 Min.

Schultergelenk: Die Rotatorenmanschette stabilisiert das Gelenk. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Die Rotatoren der Schulter können durch einen Unfall oder altersbedingt Schmerzen verursachen. Was Sie dagegen tun und wie Sie vorbeugen können.

Die Rotatorenmanschette bewegt den Arm und stabilisiert das Schultergelenk. Das Zusammenspiel der vier Sehnen der Rotatorenmanschette mit der besonderen Anatomie des Oberarmkopfes als Kugel bewirkt ein hohes Bewegungsausmaß im Schultergelenk. Gleichzeitig sind Schmerzen in der Schulter bei vielen Menschen in Verletzungen oder Veränderungen der Rotatorenmanschette begründet.

Aufbau der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette übernimmt die Sicherung des Schultergelenks. Hierbei spielen vier Muskeln zusammen. Diese umschließen den Oberarmknochen ringförmig wie eine Manschette. Dabei sind alle vier Muskeln mit einem Ende am Schulterblatt befestigt, mit dem anderen am Oberarmknochen. Zu den Muskeln der Rotatorenmanschette gehören:

  • Musculus supraspinatus (Obergrätenmuskel)
  • Musculus subscapularis (Unterschulterblattmuskel)
  • Musculus infraspinatus
  • Musculus teres minor

„Die Rotatorenmanschette umfasst den Oberarmkopf und stabilisiert die Bewegungen des Oberarmkopfes im Schultergelenk, damit Drehung und Hebung des Armes möglich sind“, erklärt Privatdozent Dr. Bastian Marquaß, leitender Orthopäde und Schulterspezialist der Gelenk-Klinik Gundelfingen.

Woher kommen Schmerzen in der Rotatorenmanschette?

Die vier Schulterrotatoren können nach einem Unfall, aber auch aufgrund von altersbedingten Abbauprozessen beeinträchtigt sein. Ebenso können Fehlstellungen, Einengungen und Fehlbelastungen Entzündungen verursachen, welche die Muskelfunktion schwächen. Betroffene bemerken daraufhin Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Schultergelenk. Laut dem Gelenkexperten sind die Patienten im Durchschnitt 55 Jahre alt, wenn sie sich erstmals wegen einer Erkrankung der Rotatorenmanschette in orthopädische Behandlung begeben.

„Bei mehr als 30 Prozent der über 60-Jährigen kommt es zu Rissen oder Teilrissen einer der Schultersehnen. Am häufigsten betroffen ist die wichtige Supraspinatussehne, die zwischen Oberarmkopf und Schulterdach verläuft“, erklärt Marquaß.

Dr. Bastian Marquaß, Leitender Facharzt der Gelenk-Klinik Gundelfingen (Quelle: Thomas Hansmann)

Zur Person

Privatdozent Dr. Bastian Marquaß ist Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin an der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Seine Behandlungsschwerpunkte sind neben der Sportmedizin primär Schulter-, Knie- und Ellenbogenschmerzen.

Probleme mit der Rotatorenmanschette: Symptome, die typisch sind

Verschiedene Symptombilder deuten auf unterschiedliche Ursachen der Schulterschmerzen hin. Besteht beispielsweise eine muskuläre Dysbalance, hat der Oberarmkopf die Tendenz, sich eher nach oben in Richtung des Schulterdachs zu bewegen. Das erzeugt Enge. Zugleich nimmt der Druck bei Bewegungen des Armes zur Seite zu. Typische Symptome einer muskulären Dysbalance sind stechende Schmerzen in der Schulter bei Seitwärtsbewegungen, die typischerweise in den Arm ausstrahlen können. Doch auch das Heben des Armes ist von Schmerz begleitet. Ebenso sind nachts anhaltende Schmerzen typisch.

„Ein Riss der Rotatorenmanschette geht häufig auch mit einem entsprechenden Funktionsverlust der Sehne einher. So können Patienten mit einem Riss der Supraspinatussehne den Arm häufig nur mit deutlich weniger Kraft zur Seite bewegen. Auch begleitet ein plötzlich auftretender Schmerz die Ruptur. Bei minimalen Rissen oder Teilrupturen ist es aber auch möglich, dass so gut wie keine Beschwerden auftreten“, weiß Marquaß.

Allein aufgrund der Symptome zu erkennen, ob es sich um eine Reizung oder um einen Riss der Sehne handelt, ist für Betroffene dem Experten zufolge allerdings schwierig. Wer Schulterschmerzen hat, sollte einen Termin bei einem Orthopäden vereinbaren – für eine gesicherte Diagnose wie auch für eine zielgerichtete Therapie, so der Rat.

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