Frühlingstradition

Wo liegt der Ursprung der Maibowle?


Aktualisiert am 22.05.2026 – 07:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Waldmeister: Das Kraut ist eine entscheidende Zutat der Maibowle. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Caroline Brinkmann/imago)

Die Maibowle gehört für viele zum Frühling einfach dazu. Doch woher stammt das aromatische Getränk und wie hat sich die Tradition entwickelt?

Wenn im Frühling die ersten warmen Tage kommen, gehört sie für viele dazu: die Maibowle. Ihr typisches Aroma stammt vom Waldmeister – einer Pflanze, die seit Jahrhunderten in Getränken verwendet wird. Doch der Ursprung reicht deutlich weiter zurück, als viele vermuten.

Wo liegen die historischen Wurzeln der Maibowle?

Bereits die Wikinger nutzten Waldmeister, um ihr Bier zu aromatisieren. Die Geschichte der eigentlichen Maibowle beginnt jedoch im Mittelalter. Bereits im Jahr 854 erwähnte der Benediktinermönch Wandalbert von Prüm einen sogenannten „Maiwein“. Dieses Getränk wurde im Kloster zubereitet und als Heilmittel genutzt, etwa zur Stärkung von Herz und Leber.

Damals bestand der Maitrank nicht nur aus Waldmeister, sondern auch aus weiteren Kräutern wie Johannisbeerblättern oder Gundelrebe. Erst später entwickelte sich daraus die heute bekannte Form der Maibowle.

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Welche Rolle spielt Waldmeister dabei?

Im Zentrum der Maibowle steht der Waldmeister. Die Pflanze wächst in schattigen Laubwäldern Europas und ist für ihr intensives Aroma bekannt, das sich erst beim Trocknen richtig entfaltet. Die Pflanze wird traditionell kurz vor der Blüte geerntet.

Schon früh nutzten Menschen Waldmeister als Heil- und Gewürzpflanze. Sein charakteristischer Duft entsteht durch Cumarin, das auch dem Getränk seinen typischen Geschmack verleiht. In größeren Mengen kann Cumarin gesundheitlich bedenklich sein, weshalb Waldmeister nur sparsam verwendet werden sollte.

Warum wird die Maibowle gerade im Mai getrunken?

Der Zeitpunkt ist eng mit der Natur verbunden. Waldmeister entfaltet sein stärkstes Aroma im Frühjahr, genau dann, wenn der Mai beginnt. Deshalb wurde das Getränk traditionell rund um den ersten Mai zubereitet und bei Festen ausgeschenkt. Die Maibowle ist damit auch ein Symbol für den Übergang vom Winter in den Frühling.

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Wie entwickelte sich die heutige Tradition?

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der ursprüngliche „Maiwein“ zu einem geselligen Frühlingsgetränk. Besonders im deutschsprachigen Raum etablierte sich die Kombination aus Früchten, Weißwein, Waldmeister und später auch Sekt.

Spätestens im 19. Jahrhundert wurde die Maibowle zu einem festen Bestandteil von Frühlingsfesten. Sie steht bis heute für Geselligkeit und den Beginn der warmen Jahreszeit.

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