Der Patient kann trotzdem tatkräftig daran mitwirken, einen Mangel zu beheben. Weil Übergewicht eine der Hauptursachen ist, kann er sein Körpergewicht reduzieren. Eine dem Alter des Patienten angemessene regelmäßige sportliche Betätigung oder Bewegung hilft nicht nur, Pfunde zu verlieren, sie kann auch den Stoffwechsel verbessern und dadurch verursacht niedrige Werte häufig günstig beeinflussen. Übrigens haben die Fitnessstudios längst begriffen, wie viel Geld mit Übergewichtigen, Alten oder übergewichtigen Alten zu verdienen ist: Hier wird niemand mehr belächelt, wenn er die Pforten durchschreitet. Krafttraining in kurzen und intensiven Einheiten, Grundübungen wie Kniebeugen machen einiges aus.
Im Lebensstil ist auch ausreichend Schlaf angebracht. Weil ein großer Teil der täglichen Testosteronfreisetzung an den Schlaf gekoppelt ist, sollten wir unserem Körper sieben bis acht Stunden dafür gönnen.
In der Ernährung ist vor allem auf eine insgesamt ausgewogene, eiweiß- und mikronährstoffreiche Kost und auf Zink zu achten. Wir beziehen es aus Hülsenfrüchten, Haferflocken und Vollkornkost, Nüssen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen, die auch Magnesium enthalten. Bei tierischen Produkten stehen Eier, Fleisch, Käse, Meeresfrüchte und Fisch obenan. Absolute Nummer eins – leider nicht immer verfügbar – sollen Austern sein, weil sie zu den zinkreichsten Lebensmitteln überhaupt gehören. Zink wiederum ist wichtig für viele Enzyme, die Hormonbildung und die normale Fortpflanzungsfunktion.
Das ebenfalls zur Testosteronherstellung benötigte Magnesium kommt in Spinat, Mangold oder Grünkohl zu uns, beim Obst besonders durch Bananen und Trockenfrüchte (Feigen, Aprikosen). Gesunde Fette, also vor allem ungesättigte Fettsäuren, beziehen wir aus pflanzlichen Ölen, Nüssen, Kernen und Samen, Avocados, Oliven, fettem Fisch und aus Eiern. Jedoch muss klar sein: Kein einzelnes Lebensmittel ersetzt Schlaf, Bewegung, Gewichtsregulation und die Abklärung eines echten Mangels.
Auch Frauen profitieren gelegentlich von kleinen Testosterongaben in der Postmenopause, insbesondere bei Lustverlust. Problematisch können die Nebenwirkungen sein: Haarausfall, Akne, stärkere männliche Gesichts- und Körperbehaarung sowie fettige Haut mit großen Poren. Daher gibt es bisher keine pauschale Empfehlung.
Hören Sie – nicht nur im Frühling – auf Ihren Körper und kommen Sie gesund durch die Zeit!
