Mindestens sieben Stunden sollten es sein

Ob jemand genug schläft, hängt auch von diesem Faktor ab


05.11.2026 – 16:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann blickt nach dem Aufwachen auf sein Smartphone (Symbolbild): Wer beim Weckerklingeln auf weniger als sieben Stunden Schlaf zurückblickt, schläft wahrscheinlich zu wenig. (Quelle: Dobrila Vignjevic/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Vielen gelingt es nicht, so viel zu schlafen, wie gesund wäre. Hierzulande erreicht vor allem eine Personengruppe die empfohlene Schlafdauer oft nicht.

Wie lange Menschen in Deutschland schlafen, hängt nicht nur von persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten ab. Eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) weist auf einen deutlichen Unterschied zwischen zwei Bevölkerungsgruppen hin: Die Bildung spielt offenbar eine entscheidende Rolle.

Wie viel Schlaf ist ratsam?

Für Erwachsene bis 64 Jahre empfiehlt die US-amerikanische National Sleep Foundation sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht, ab 65 Jahren sieben bis acht Stunden. Die Empfehlungen dienen als Orientierung. Wie viel Schlaf ein Mensch persönlich benötigt und wie er sich am Morgen fühlt, lässt sich allein daraus nicht ableiten.

Klar ist aber: Wer dauerhaft über oder unter dieser Empfehlung liegt, neigt eher zu körperlichen und psychischen Problemen. Eine anhaltend zu kurze Schlafdauer begünstigt unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus und Gedächtnisverlust. Bei zu langer Schlafdauer steigt das Risiko für Demenz, für eine Gewichtszunahme sowie – ebenfalls – für Diabetes mellitus. Und sowohl zu viel als auch zu wenig Schlaf gehen mit einer erhöhten Sterblichkeit einher.

Schlafstörungen schaden der Wirtschaft

Guter Schlaf ist auch für das Berufsleben von Belang. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) aufmerksam. Schlafstörungen können dazu führen, dass Beschäftigte häufiger krankheitsbedingt ausfallen. Doch selbst wenn sie zur Arbeit gehen, sind sie oft weniger konzentriert und leistungsfähig. Fachleute sprechen dann von „Präsentismus“. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Schätzungen zufolge verursachen Schlafstörungen in Deutschland jährlich Kosten von rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für das Jahr 2019 entspricht das etwa 103 Milliarden Euro.

Jeder zweite Erwachsene schläft zu viel oder zu wenig

Die RKI-Forscher wollten wissen, wer hierzulande ausreichend Schlaf bekommt. Dazu werteten sie Angaben von 7.349 Erwachsenen aus der Telefonstudie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ aus. Die Teilnehmer waren zwischen Mai 2023 und Februar 2024 jeweils einmal telefonisch befragt worden. Sie gaben an, wann sie in den vergangenen vier Wochen gewöhnlich ins Bett gegangen und aufgewacht waren, getrennt nach Arbeits- und freien Tagen.

Aus diesen Angaben und der Zeit, die die Befragten zum Einschlafen benötigten, berechneten die Wissenschaftler die Schlafdauer. Dabei stellte sich heraus: Nur etwa die Hälfte der Teilnehmer erreichte die empfohlene Schlafdauer – bei den Erwachsenen ab 65 Jahren sogar nur etwa jeder Dritte. Im Durchschnitt über die ganze Woche schliefen die Befragten sieben Stunden und 26 Minuten pro Nacht.

Höher Gebildete erreichen öfter die Empfehlung

Die Forscher wollten sich aber nicht nur einen allgemeinen Eindruck von der Schlafdauer der Erwachsenen verschaffen. Sie interessierte auch, welche Rolle die Bildung dabei spielt. Um das zu untersuchen, teilten sie die Teilnehmer anhand ihrer Schul- und Ausbildungsabschlüsse in drei Bildungsgruppen ein: niedrig, mittel und hoch.

Dabei fanden sie zunächst keinen nennenswerten Unterschied: Menschen mit niedriger Bildung schlafen im Mittel sieben Stunden und 28 Minuten pro Nacht, Menschen mit hoher Bildung sieben Stunden und 29 Minuten.

Allerdings sind diese Zahlen ein gutes Beispiel dafür, wie Durchschnittswerte täuschen können. Denn in der höheren Bildungsgruppe kommen 62,5 Prozent auf die empfohlene Schlafdauer, in der niedrigen sind es nur 39,3 Prozent. Das bedeutet: Obwohl beide Gruppen im Schnitt fast gleich lange schlafen, gibt es unter den Menschen mit niedriger Bildung deutlich mehr, die entweder kürzer oder länger schlafen als empfohlen.

Woran es liegen könnte

Warum die Schlafdauer mit dem Bildungsstand zusammenhängt, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Die Autoren halten mehrere Erklärungen für denkbar: weniger flexible Arbeitszeiten, Schichtarbeit und Unterschiede beim Wissen über gesunden Schlaf – all das könnte eine Rolle spielen.

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