Telekom, Vodafone, O2

Satelliten-Netz: Wann Kunden wirklich profitieren können

Aktualisiert am 08.06.2026 – 09:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Satellit statt Funkmast: O2 testet Satellitenfunk übers normale Handynetz. (Quelle: Wolf von Dewitz/dpa)

Deutschlands große Mobilfunkanbieter setzen auf Satelliten, um letzte Funklöcher zu schließen. O2 plant erste Tests mit einem Ansatz, der vielen Kunden zugutekommen könnte.

Deutschlands große Telekommunikationsanbieter blicken gen Weltall, um ihre Handynetze zu verbessern. So kooperiert die Deutsche Telekom mit dem US-Datendienst Starlink, dessen Weltraum-Funk ab 2028 Handyempfang in bisherigen Funklöchern ermöglichen soll.

Konkurrent Vodafone gründete dieses Jahr ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Satellitenanbieter AST SpaceMobile, um Weltraum-Handyempfang zu bieten – wann es in Deutschland losgehen soll, ist offen. Und nun gab O2 Telefónica bekannt, mit dem Luxemburger Satellitenbetreiber OQ Technology zu kooperieren. Anfang 2027 sollen Tests in Mecklenburg-Vorpommern starten.

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Es geht um ein Gebiet bei Waren an der Müritz, also an der Mecklenburger Seenplatte. Dortige Löcher im O2-Netz sollen mit dem Satellitenfunk gestopft werden. Hierbei werden die normalen Handynetz-Frequenzen genutzt und nicht die üblichen Satelliten-Frequenzen (Mobile Satellite Service, MSS). Das hat den Vorteil, dass auch normale Handys Netz bekommen könnten und nicht nur hochpreisige Endgeräte, die kompatibel sind mit den Satelliten-Frequenzen – solche teuren MSS-Endgeräte gibt es bislang nur wenige am Markt.

Die Telekom und Vodafone setzen hingegen auf solche MSS-Frequenzen – ihre Kunden müssten teure neue Smartphones haben, um die Zusatzfunktion nutzen zu können. Allerdings ist all das ohnehin noch Zukunftsmusik: Bislang kann sich noch kein Kunde über das Weltall mit den Netzen der drei etablierten deutschen Betreiber Telekom, Vodafone und O2 verbinden. Wenn es so weit ist, könnte es mehr MSS-fähige Smartphones am Markt geben, die billiger sein könnten.

Kommunikationsminimum, wenn sonst gar nichts geht

Die Funkverbindung über das Weltall ist als Ergänzung des Handynetzes gemeint, um letzte Funklöcher verschwinden zu lassen – etwa an oder auf Seen und in Naturschutzgebieten. Außerdem soll sie bei schweren Unwettern, großflächigen Stromausfällen und anderen Katastrophen zur Notfallkommunikation dienen. Es ist zunächst für Textnachrichten (SMS), Sprachtelefonie und kleinere Datenpakete gedacht, also für Basisfunktionen mobiler Kommunikation. „Der satellitengestützte Dienst kann die bestehenden Mobilfunknetze künftig ergänzen“, sagt O2-Vorstandsmitglied Jörg Kablitz. „Dort, wo der Ausbau am Boden nur mit hohem Aufwand oder gar nicht möglich ist.“

Ähnlich äußert sich Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot zu den separaten Plänen von Vodafone. „Das Satelliten-Internet wird unsere Infrastruktur in abgelegenen Regionen optimal ergänzen“, sagt de Groot.

Die Satelliteninternet-Tests von O2 und OQ könnten etwa ein Jahr dauern. Wann O2 die Handys seiner Kunden mit dem Weltall-Internet verbinden könnte, ist unklar – das ist auch vom Ergebnis der Tests abhängig.

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