
Abklärung nötig
Wann Sehstörungen auf einen Hirntumor hinweisen können
05.01.2026 – 16:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Sehstörungen können viele Ursachen haben, etwa eine Augenerkrankung oder Migräne. Vergleichsweise selten steckt ein Hirntumor dahinter.
Ob verschwommenes Sehen, Flimmern vor dem Auge, Blitze oder Doppelbilder: Sehstörungen weisen darauf hin, dass im Körper etwas nicht stimmt. Oft bringt eine augenärztliche Untersuchung Gewissheit über den Auslöser der Beschwerden, denn in vielen Fällen ist dieser im Auge selbst zu finden.
Es kommen aber auch diverse weitere Ursachen infrage, die nicht direkt mit dem Auge zu tun haben. Eine davon ist ein Hirntumor. Wichtig ist in jedem Fall, bei bestimmten Beschwerden zeitnah ärztlichen Rat zu suchen.
Wichtig zu wissen: Nicht jeder Hirntumor ist mit Sehproblemen verbunden.
Ob und welche Sehstörungen auftreten, hängt unter anderem von der Lage und der Größe des Tumors ab. Betroffene bemerken zum Beispiel:
Hirntumoren und Hirnmetastasen können auf verschiedenen Wegen zu Sehproblemen führen. Zum einen kann die Geschwulst durch ihre Lage und/oder ihre Größe direkt auf den Sehnerv drücken. Zum anderen kann ein Tumor den Hirndruck erhöhen, was Sehstörungen und zahlreiche andere Beschwerden auslösen kann.
Ein Beispiel für einen Tumor, der direkten Druck auf den Sehnerv ausübt, ist das sogenannte Optikusgliom. Dieser vor allem bei Kindern auftretende Tumor wächst entlang des Sehnervs beziehungsweise der Sehbahn. Zu häufigen Beschwerden zählen ein eingeschränktes Sichtfeld und eine Sehschwäche. Das Auge kann deutlich hervortreten. Zudem kann der Hirndruck steigen, was zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen kann.
Ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) führt ebenfalls häufiger zu Sehstörungen, wenn er auf den Sehnerv drückt. Im schlimmsten Fall kommt es zur Erblindung. Die Hypophyse befindet sich etwa in der Kopfmitte in einer Vertiefung des Schädelknochens unterhalb des Hirns. Sie zählt zwar streng genommen nicht zum Hirn, ist jedoch mit dem Zwischenhirn verbunden.
Auch Hirntumoren und -metastasen in anderen Hirnbereichen können Sehstörungen auslösen, etwa weil sie den Druck im Inneren des Schädels ansteigen lassen. Ein erhöhter Hirndruck kann entstehen, wenn ein Tumor durch sein Wachstum andere Gewebestrukturen verdrängt. Auch kann ein Tumor die Kanäle verstopfen, in denen die Hirnflüssigkeit (Liquor) zirkuliert, sodass diese nicht abfließen kann, was ebenfalls zu einem Druckanstieg im Hirn führen kann.