Wagenknecht über Spahn

„Das zeigt seine unerträgliche Doppelmoral“


17.07.2026 – 16:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Sahra Wagenknecht: Die BSW-Chefin fordert Jens Spahn zum Rücktritt auf. (Quelle: IMAGO/Christian Schroedter/imago)

Jens Spahn gerät in der Leihmutter-Debatte politisch weiter unter Druck. Nun fordert auch BSW-Chefin Sahra Wagenknecht seinen Rücktritt.

BSW-Parteichefin Sahra Wagenknecht fordert den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn, nachdem der seine Elternschaft mithilfe einer Leihmutter bekannt gegeben hat. „Dass der Fraktionsvorsitzende der Kanzlerpartei deshalb in den USA auf Baby-Shoppingtour geht, zeigt seine unerträgliche Doppelmoral“, sagte Wagenknecht t-online. „Dieser Mann sollte endlich zurücktreten!“

Wagenknecht betonte, die Debatte gehe weit über Spahns persönliche Familiengründung hinaus: „Dass inzwischen auch Babys zur Ware geworden sind, und man Mutterbäuche einfach mieten kann, ist eine schändliche Entwicklung. Diese Praxis ist in Deutschland aus gutem Grund verboten.“

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Wagenknecht warf Spahn außerdem vor, nicht zum ersten Mal durch Doppelmoral aufzufallen. „Spahn predigte Corona-Lockdowns und hielt in dieser Zeit CDU-Spenden-Dinner mit verheimlichten Geldgebern ab. Er schädigte den Bund in dreistelliger Millionenhöhe mit dubiosen Masken-Deals, die Parteifreunde zu Millionären machten. Er sitzt seit dem 22. Lebensjahr im Bundestag, lebt vom Steuerzahler, aber predigt deutschen Rentnern Verzicht.“

„Frauen dürfen nicht als Brutkasten missbraucht werden“

Zuvor hatte unter anderem der CDU-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, Spahns Rücktritt gefordert. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Jens Spahn hat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine besondere Vorbildfunktion innerhalb der Union. Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt.“

Spahn nehme zudem für sich in Anspruch, als Privatperson ganz anders handeln zu können, als er als CDU-Mandatsträger abstimme, sagte Peters. „Das geht überhaupt nicht.“

Scharfe Worte wählte auch die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, Mechthild Heil, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden.“ Die CDU-Politikerin sprach von einem „ausbeuterischen System zwischen Kaufeltern und Leihmüttern“ und betonte: „Ich lehne den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab.“

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