Doch die Darmspiegelung hat auch für Patienten, bei denen keine Polypen oder andere Wucherungen festgestellt werden, Vorteile: Sie gehen mit einer relativ hohen Sicherheit aus der Untersuchung, dass sich in den folgenden Jahren kein Darmkrebs bei ihnen entwickelt. Eine absolute Garantie gibt es jedoch nicht.
Welcher Arzt führt eine Darmspiegelung durch?
Patienten, die eine Überweisung ihres Hausarztes, eines Facharztes oder eine Einladung ihrer Krankenkasse zum Darmkrebs-Screening haben, können eine Darmspiegelung durchführen lassen. Der Eingriff wird von Medizinern vorgenommen, die eine spezielle Qualifikation für diese Vorsorgeuntersuchung haben.
Hierzu gehören vor allem Gastroenterologen, also Internisten, die sich auf Erkrankungen des Verdauungstrakts spezialisiert haben. Doch auch einige Proktologen, Chirurgen und Onkologen verfügen über die notwendigen Qualifikationen. Durchgeführt wird die Darmspiegelung in der Regel in der Praxis des Facharztes, aber auch einige Fachambulanzen in Krankenhäusern bieten Termine an.
Darmspiegelung: ab wann und wie oft?
Mit dem Alter steigt auch das Darmkrebsrisiko. Die Krankenkassen bieten daher für Männer ab 50 und Frauen ab 55 im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge eine Koloskopie an, für die sie die Kosten übernehmen. Wenn sich bei der ersten Darmspiegelung keine Auffälligkeiten gezeigt haben, wird eine zweite Spiegelung nach zehn Jahren angeboten. Entscheidet sich Patient gegen eine zweite Darmspiegelung, kann er stattdessen alle zwei Jahre einen immunologischen Stuhltest machen lassen.
Und es gibt noch eine weitere Regel: Wird die Früherkennungskoloskopie erstmals im Alter ab 65 Jahren durchgeführt, wird diese automatisch als „zweite Koloskopie“ von den Krankenkassen bewertet. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine weitere Darmspiegelung gibt es für betroffene Patienten daher nicht mehr.
Wichtig
Alle gesetzlichen Krankenkassen verschicken an ihre Versicherten Einladungen zur Teilnahme an Untersuchungen zur Darmkrebsvorsorge, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Darin informieren die Kassen über die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge (sogenanntes Darmkrebs-Screening). Dies geschieht unabhängig davon, ob Sie bereits an einer Früherkennung teilgenommen haben oder nicht.
Patienten über 75 Jahren wird in der Regel keine Darmspiegelung zur Früherkennung mehr empfohlen, da das Risiko für Komplikationen mit dem Alter zunimmt. Auch für Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel einer Herzschwäche kann eine Darmspiegelung zu belastend sein.
Der immunologische Stuhltest
Alternativ zur Darmspiegelung können Krankenversicherte zur Darmkrebsvorsorge einen Stuhltest durchführen lassen, der unsichtbare Spuren von Blut im Stuhl feststellen kann. Je nach Alter findet dieser jährlich (50 bis 54 Jahre) oder alle zwei Jahre (ab 55 Jahren) statt. Allerdings ist ein unauffälliger Stuhltest keine Garantie dafür, dass kein Krebs vorhanden ist. Umgekehrt ist ein positives Ergebnis keine sichere Krebsdiagnose. Gewissheit bringt nur eine Darmspiegelung.
Dass Männer früher als Frauen die Möglichkeit haben, eine Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge durchführen zu lassen, hat einen einfachen Grund: Männer erkranken statistisch gesehen häufiger in jüngerem Lebensalter an Darmkrebs als Frauen.
