Laut Studie

Virus-Folgen: Diese Behandlung ist womöglich nutzlos


18.06.2026 – 12:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Erschöpfte Frau (Symbolbild): Etwa drei Prozent der Bevölkerung leiden nach einer Corona-Infektion an einem schweren Erschöpfungszustand. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

In eine Blutwäsche setzen manche Betroffene mit Post Covid in ihrer Verzweiflung große Hoffnung. Doch die Behandlung lindert die Beschwerden nicht, wie eine Studie zeigt.

Viele Menschen leiden noch Monate oder Jahre nach einer Corona-Infektion unter Erschöpfung, Konzentrationsproblemen oder eingeschränkter Belastbarkeit – dem sogenannten Post-Covid-Syndrom. Eine spezielle Blutwäsche, die sogenannte Immunadsorption, galt als möglicher Behandlungsansatz. Eine neue Studie dämpft nun die Erwartungen. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin „The Lancet Regional Health – Europe“ nachzulesen.

Long Covid oder Post Covid?

Von Long Covid ist die Rede, wenn Beschwerden nach einer Corona-Infektion länger als vier Wochen anhalten oder erst später auftreten. Bestehen die Symptome auch nach zwölf Wochen noch und gibt es keine andere Erklärung dafür, sprechen Fachleute von Post Covid beziehungsweise dem Post-Covid-Syndrom.

Entfernung schädlicher Antikörper aus dem Blut

Die Ursachen des Post-Covid-Syndroms sind bislang nicht vollständig geklärt. Forscher vermuten, dass sogenannte Autoantikörper eine Rolle spielen könnten. Diese richten sich gegen körpereigene Strukturen und stehen im Verdacht, an den anhaltenden Beschwerden beteiligt zu sein.

Bei einer Immunadsorption wird das Blut außerhalb des Körpers durch ein Filtersystem geleitet, das bestimmte Antikörper entfernt. Viele Betroffene hatten gehofft, dass sich ihre Symptome dadurch bessern.

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Studie findet keinen therapeutischen Nutzen

In der jetzt veröffentlichten Studie untersuchten Forscher die Wirksamkeit der Methode bei 40 Menschen mit Post Covid. Die Teilnehmer erhielten sowohl eine echte Behandlung als auch eine Scheintherapie.

Dabei zeigte sich, dass die Blutwäsche die untersuchten Autoantikörper zwar erfolgreich aus dem Blut entfernte. Die Beschwerden der Betroffenen verbesserten sich jedoch nicht. Weder die starke Erschöpfung noch Konzentrationsprobleme, körperliche Leistungsfähigkeit oder Einschränkungen im Alltag wurden durch die Behandlung positiv beeinflusst.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der an Post Covid leidenden Patienten eher nicht von einer Immunadsorption profitieren wird“, sagt Studieninitiatorin Julia Weinmann-Menke von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Aufwendige Behandlung mit Risiken

Die Erkenntnisse sind auch deshalb relevant, weil die Immunadsorption ein aufwendiger Eingriff ist. Die Behandlung dauert mehrere Stunden und muss häufig wiederholt werden. Zudem traten in der Studie unter der echten Behandlung mehr Nebenwirkungen auf als unter der Scheintherapie.

Nach Angaben der Forscher kommen die untersuchten Autoantikörper außerdem nicht nur bei Menschen mit Post Covid vor. Sie lassen sich auch bei anderen Erkrankungen und sogar bei gesunden Personen nachweisen.

Weitere Forschung notwendig

Die Studienautoren kommen daher zu dem Schluss, dass sich die Immunadsorption nach aktuellem Kenntnisstand nicht als allgemeine Therapie für das Post-Covid-Syndrom eignet. „Post Covid ist ein komplexes und heterogenes Krankheitsbild“, sagt Weinmann-Menke. Die Ursachen von Post Covid seien noch nicht ausreichend geklärt. Um Betroffenen wirksam helfen zu können, sei deshalb weitere Forschung nötig.

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