Sender muss sparen

Kürzungen bei Silbereisens Schlagershows? Umfrage eindeutig


18.04.2026 – 14:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Florian Silbereisen: Der ARD-Moderator stemmt fast im Alleingang das Schlagerprogramm im Ersten. (Quelle: imago stock&people)

Bei den ARD-Anstalten werden die Rotstifte gezückt: Überall muss gespart werden – auch im Schlagerprogramm? Eine Umfrage setzt die ARD jetzt unter Druck.

Die Debatte über mögliche Einsparungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern erhält neuen Rückenwind aus der Bevölkerung. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online zufolge würde es eine klare Mehrheit der Deutschen positiv bewerten, wenn die ARD ihre Schlagershows mit Florian Silbereisen kürzen würde.

Konkret gaben 80 Prozent der Befragten an, einen solchen Schritt zu befürworten. 12 Prozent zeigten sich unentschieden, lediglich 8 Prozent lehnten mögliche Kürzungen ab. Die Umfrageteilnehmer beantworteten dabei die Frage, „Wie würden Sie es bewerten, wenn die ARD künftig die Schlagershows von Florian Silbereisen kürzen würde, um ihre Einsparziele zu erreichen?“, mit den Antwortoptionen „positiv“, „unentschieden“ oder „negativ“.

Die Zustimmung zieht sich durch alle gesellschaftlichen Gruppen – deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungssegmenten lassen sich kaum erkennen. Mit Blick auf das Alter zeigen sich nur geringe Unterschiede. Am größten ist die Zustimmung zur möglichen Kürzung der Silbereisen-Shows in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen. Am geringsten fällt sie bei den über 60-Jährigen aus. Insgesamt bleibt das Meinungsbild jedoch bemerkenswert einheitlich.

Wie hoch die finanziellen Belastungen durch die Produktionen tatsächlich sind, zeigt ein Blick auf die vergangenen Jahre. Pro Jahr stehen dem MDR rund 600 Millionen Euro aus Erträgen des Rundfunkbeitrags zur Verfügung. Allein zwischen 2020 und 2023 zahlte der MDR laut einer Recherche des „Business Insider“ mehr als 45 Millionen Euro für die Silbereisen-Shows. Hinzu kamen demnach jährlich weitere Millionenbeträge, etwa für Reisekosten, Kostüme und das Honorar des Moderators.

Zugleich zählen die Shows zu den prägenden Unterhaltungsformaten der ARD. Mit regelmäßig hohen Einschaltquoten gehören sie zu den reichweitenstärksten Sendungen im Ersten und sichern dem Sender verlässlich ein breites Publikum. Zuletzt schalteten immer noch mehr als vier Millionen Menschen ein. Damit rangiert das Format auch im öffentlich-rechtlichen Vergleich vor der Konkurrenz: Für die „Giovanni Zarrella Show“ im ZDF interessieren sich in der Regel rund eine Million weniger Zuschauer.

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