376.000 Versicherte betroffen

Zwei weitere Krankenkassen prüfen Zusammenschluss


24.07.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Verschiedene Gesundheitskarten: Erneut wollen sich zwei Krankenkassen zusammenschließen. (Quelle: IMAGO / Wolfilser/imago)

Die Zahl der Krankenkassen könnte weiter sinken, zwei weitere Kassen wollen sich zusammenschließen. Bis zum 1. Januar soll die Fusion besiegelt sein.

Es ist eine Nachricht, die den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) erfreuen dürfte: Erneut planen zwei Betriebskrankenkassen eine Fusion. Die vivida BKK und die BKK Scheufelen planen zum 1. Januar 2027 einen Zusammenschluss. Das gaben die beiden Kassen aus Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung bekannt, ein entsprechender Antrag liegt bereits beim Bundeskartellamt.

Die fusionierte Krankenkasse käme insgesamt auf rund 376.000 Versicherte, wobei der Großteil (310.000) von der vivida BKK kommt. Diese wiederum war 2021 durch eine Fusion der Schwenniger Krankenkasse und der atlas BKK ahlmann entstanden.

Versichertenzahlen gingen zurück

Die regional geöffnete BKK Scheufelen, die bis 2004 ausschließlich Mitarbeiter der Papierfabrik Scheufelen versicherte, hat derzeit rund 66.000 Versicherte. Beide Kassen hatten über die vergangenen Jahre Mitglieder verloren – ein Faktor, der mit auschlaggebend für die geplante Fusion sein dürfte. Die neu formierte Kasse soll unter dem Namen vivida BKK agieren und ist bundesweit für Versicherte geöffnet.

  • Bis zu 500 Millionen weg: Krankenkassen verspekulieren Millionen an Beitragsgeldern
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Gemessen an der Zahl der Versicherten läge die neue Krankenkasse im Mittelfeld. Branchenschwergewichte wie die Techniker (12,4 Millionen) und Barmer (8,2 Millionen) haben deutlich mehr Mitglieder. Allerdings gibt es auch 23 Krankenkassen mit weniger als 100.000 Versicherten.

Beim Zusatzbeitrag liegen die beiden Krankenkassen eng beieinander. Während die vivida BKK derzeit 3,79 Prozent zusätzlich zum regulären Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent erhebt, sind es bei der BKK Scheufelen 3,99 Prozent. Wie hoch der Zusatzbeitrag nach der Fusion ausfallen würde, steht noch nicht fest.

Mehrere Fusionen geplant

Die nun angekündigte Fusion reiht sich in eine Vielzahl geplanter oder bereits beschlossener Zusammenschlüsse ein. Neben der IKK Brandenburg und Berlin und der IKK gesund plus haben unter anderem auch die BKK Firmus (Fusion mit gleich zwei Krankenkassen) und die mkk weitere Fusionen bekannt gegeben. Steigende Kosten, der Fachkräftemangel und neue Anforderungen durch die Digitalisierung setzen die Kassen zunehmend unter Druck.

Geht es nach dem neuen Gesundheitsminister Linnemann, sollte die Zahl der Kassen noch viel stärker und vor allem schneller sinken. Der CDU-Politiker hatte sich in der Vergangenheit für eine Mindestgröße der Krankenkassen von einer Million Mitgliedern ausgesprochen. Zehn bis zwanzig Kassen seien vollkommen ausreichend.

Die Kassen selbst verweisen auf die jüngsten Entwicklungen – diese sprechen für sich selbst. Hatte es im Jahr 2000 noch 420 gesetzliche Krankenkassen gegeben, ist diese Zahl mittlerweile auf 93 gesunken. Angesichts der zahlreichen geplanten Fusionen dürfte diese Zahl zum neuen Jahr weiter schrumpfen.

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