Obduktionen ergeben Vergiftung

Vierter Toter nach Unglück in Familienbetrieb


Aktualisiert am 23.04.2026Lesedauer: 2 Min.

Der Ort des Unglücks (Archivbild): Antje Hachmann, die Bürgermeisterin von Runkel, spricht mit Roman Poseck (CDU), Innenminister von Hessen. (Quelle: Sascha Ditscher/dpa/dpa-bilder)

Fünf Männer liegen regungslos in einer Grube einer Lederfabrik. Drei sind sofort tot, zwei lebensgefährlich verletzt. Jetzt meldet die Polizei einen weiteren Toten.

Nach dem schweren Unglück in einer Lederfabrik im hessischen Runkel ist ein weiterer Arbeiter ums Leben gekommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, starb der 35-Jährige am Mittwoch im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen.

Damit steigt die Zahl der Toten bei dem Unglück auf vier. Ein weiterer Arbeiter kämpft noch immer um sein Leben, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Limburg nannte seinen Zustand am Mittwoch kritisch.

Der Arbeitsunfall auf dem Gelände einer Lederfabrik am vergangenen Donnerstag hatte für Trauer und Entsetzen in dem 9.500-Einwohner-Ort Runkel gesorgt. Am Freitagabend hatten zahlreiche Menschen in einem Trauergottesdienst für die Opfer gebetet.

Vier Mitarbeiter des Familienbetriebs und ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur waren reglos in einer Grube auf dem Firmengelände gefunden worden. Drei der Opfer, Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren, konnten nur noch tot geborgen werden.

Die Mitarbeiter waren wohl nacheinander in eine Klärgrube der Gerberei gestiegen, in der verschiedene Chemikalien aufgefangen werden. Der genaue Unfallhergang und der Grund, warum sich die Männer in der Grube aufhielten, sind weiter unklar.

Dafür steht inzwischen die Todesursache fest. Die am Dienstag vorgenommenen Obduktionen hätten ergeben, dass eine Schwefelwasserstoff-Vergiftung „hauptursächlich“ für den Tod gewesen sei, teilten die Staatsanwaltschaft Limburg und die Polizei am Donnerstag mit. Darüber hinaus seien weitere Untersuchungen notwendig. So sei eine forensisch-toxikologische Untersuchung in Auftrag gegeben worden. Die Behörden waren zunächst davon ausgegangen, dass eine Kohlenmonoxidvergiftung den Tod der Männer verursacht hatte.

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