20 Prozent zum Jahreswechsel

Verivox rechnet mit deutlichem Gaspreisanstieg


12.09.2026 – 09:08 UhrLesedauer: 3 Min.

Gasspeicheranlage: Deutschlands Wirtschaft hängt am Gashahn. (Quelle: Jan Woitas/dpa/dpa-bilder)

Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise weiter nach oben. Das Vergleichsportal Verivox erwartet zum Jahreswechsel deutlich höhere Kosten für private Haushalte.

Das Vergleichsportal Verivox rechnet wegen des Iran-Kriegs mit deutlich höheren Energiekosten: „Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte“, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck der „Rheinischen Post“. Beim aktuellen Preisniveau seien Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.

Grund für die Preisentwicklung ist vor allem die Blockade wichtiger Schifffahrtsrouten im Nahen Osten. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar blockiert der Iran weite Teile der Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Gas- und Ölexporte läuft. Mit dem Wiederaufflammen des Jemen-Kriegs bedrohen zudem die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen die zweite wichtige Route, die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer.

(Quelle: ha)
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Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Stand seit mehr als dreieinhalb Jahren geklettert. Die Neukundenpreise für Gas bildeten die Großhandelspreise besonders schnell ab und seien seit Februar um über ein Drittel gestiegen, erklärte Storck. Die Bestandskundentarife reagierten langsamer, würden aber früher oder später ebenfalls steigen.

Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sieht die Bundesrepublik in einer schwierigen Situation: „Deutschland ist besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt“, sagte er der „Rheinischen Post“. Zudem seien Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen.

Gasspeicher: Wie kritisch ist die Lage?

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu etwa 54 bis 55 Prozent gefüllt. Bis zum 1. November gilt gesetzlich ein Zielwert von rund 70 Prozent. Der Speicherbetreiberverband Ines spricht von historisch niedrigen Füllständen und warnt: Bei einem sehr harten Winter könnte es im Januar 2027 an einzelnen Tagen zu einer Unterdeckung von mehr als 25 Prozent kommen. Als Grund nennt die Initiative vor allem die geringe Rentabilität des Einspeicherns und fordert unter anderem den Abbau von Umlagen und Netzentgelten an den Speichern.

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