Der Einzelhandel leidet unter billigen Importen aus China. Einer der ganz Großen lenkt bei Ihnen künftig die Geschicke. Haben Sie sich den Totengräber ins Haus geholt?

Nein. JD.com kann man überhaupt nicht mit Shein oder Temu vergleichen, das ist ein komplett anderes Geschäft. Die haben dieselben Lieferanten wie wir: Apple, Samsung, LG. Das sind keine Billigprodukte. Ich sehe da kein Risiko.

Die EU hat die geplante Übernahme der Mediamarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Konzern JD.com unter die Lupe genommen. China geht nun dagegen vor. (Archivbild) (Quelle: Armin Weigel/dpa/dpa-bilder)

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Zur Ceconomy AG mit Sitz in Düsseldorf gehören die Ketten Mediamarkt und Saturn mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern. Der Konzern beschäftigt rund 50.000 Menschen, etwa 17.000 davon in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2024/25 setzte Ceconomy 23,1 Milliarden Euro um, gut ein Viertel davon entfällt inzwischen auf das Onlinegeschäft. Der chinesische Onlinehändler JD.com bietet 4,60 Euro je Aktie und bewertet den Konzern damit mit rund 2,2 Milliarden Euro.

Wie hoch ist der Anteil chinesischer Produkte in Ihrem Sortiment, und wird er steigen?

Aktuell sind es ungefähr zehn Prozent. Das Angebot chinesischer Hersteller in Europa wird weiter wachsen, davon bin ich überzeugt: Xiaomi und Hisense sind jetzt schon stark vertreten, und es kommen viele neue Anbieter dazu. Das bedeutet aber nicht, dass wir automatisch mehr davon ins Sortiment nehmen. Das hängt nur an der Nachfrage der Kunden.

Ihr Vorgänger hat uns im November versprochen, Ceconomy werde mithilfe von JD.com den Großteil der Bestellungen am selben, spätestens am nächsten Tag liefern. Wo stehen Sie heute?

Stellenweise können wir das schon. In Deutschland liefern wir gemeinsam mit Uber innerhalb von 90 Minuten, die Abholung im Markt ist nach 30 Minuten möglich.

Wann liefert Mediamarkt in Deutschland flächendeckend am selben Tag?

Mediamarkt oder Saturn: Welche Marke schließt als Erste für immer?

Keine. Ich muss aber ehrlich sagen, dass wir den Unterschied zwischen beiden für unsere Kunden nicht deutlich genug gemacht haben. Daran arbeiten wir.

Ihr Vorgänger hat uns gesagt, beide Marken gehörten langfristig zur Strategie. Bis Ende September werden bundesweit fast alle Saturn-Märkte zu Mediamarkt umgebaut. Hat er uns angeflunkert?

Nein, das würde er niemals machen. Wir haben eine neue Strategie für Saturn aufgesetzt, die wir ab 2027 umsetzen wollen. Bis dahin kann es in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, einen Saturn in einen Mediamarkt umzuwandeln.

Saturn soll künftig als Ausstellungsfläche in Mediamärkten weiterleben. Wofür steht die Marke dann noch?

Saturn steht für Innovation, dort spielen junge Kunden und Gaming die wichtigste Rolle. Wir setzen auf Ausstellungsflächen, auf denen Kunden Produkte ausprobieren können, mit Sofas und Spielekonsolen. Diese Flächen bauen wir zunächst in unseren Mediamärkten auf, eigenständige Standorte kommen später dazu, allerdings mit deutlich kleinerem Sortiment.

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